klar

„Fachkräftesicherung in der Pflege“

Veranstaltung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg am 28.05.2018 in Ritterhude


 

„Fachkräftesicherung in der Pflege“ das war der Titel der Veranstaltung, zu der das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg am 28.05.2018 nach Ritterhude eingeladen hatten.

Sozialministerin Dr. Carola Reimann sagte in Ihrer Begrüßung: „Für die Fachkräftesicherung in der Pflege müssen die Rahmenbedingungen stimmen und daran arbeiten wir in Niedersachsen“. Die rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Institutionen der Pflegebranche diskutierten welche Voraussetzungen dafür erforderlich seien und wo die Hemmnisse liegen.


Die pflegerische Versorgung gehört zum Kernbereich der Gesundheitswirtschaft

Die Ministerin hatte deutlich gemacht, die pflegerische Versorgung gehöre zum Kernbereich der Gesundheitswirtschaft mit einem hohen Anteil an Erwerbstätigen. Voraussetzung für eine menschliche, soziale und qualitativ hochwertige gesundheitliche und pflegerische Versorgung seien gut qualifizierte und motivierte Fachkräfte in den Gesundheitsberufen. Besonders im Pflegebereich sei die Fachkräftesicherung eine der größten Herausforderungen.

Einen besonderen Focus legte sie dabei auf die demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen insbesondere im ländlichen Raum.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen in den Workshops und in der Abschlussdiskussion auch der Frage nach, wie junge Menschen für die Gesundheits- und Krankenpflege, die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und die Altenpflege gewonnen werden können und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit Fachkräfte möglichst lange und gesund in ihrem Beruf arbeiten können. „Da die Fachkräftesicherung in der Pflege aktuell ein wichtiges Thema ist, möchten wir uns auch weiterhin dieser Herausforderung stellen. Denn für eine gute Versorgung sind gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte eine wesentliche Voraussetzung“, so Ministerin Dr. Carola Reimann.

Leben auf dem Lande muss für alle Generationen sichergestellt werden

Für Monika Scherf, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Lüneburg, knüpfte diese Tagung an das wichtige Handlungsfeld „Gesellschaftliche Teilhabe“ der regionalen Handlungsstrategie an: „Leben auf dem Lande muss für alle Generationen sichergestellt werden. Neben der Mobilität ist die Fachkräftesicherung in der Pflege in den ländlichen Regionen eine unserer großen Herausforderungen“, sagte sie in ihrem Grußwort.“

Sie wies noch einmal darauf hin, dass es gerade im ländlichen Raum eine zunehmend älter werdende Bevölkerung gäbe, die verstärkt auf Gesundheits- und Pflegeversorgung angewiesen sei. Dabei mache es ein eingeschränktes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln für die älter werdende Bevölkerung schwierig, medizinische und pflegerische Dienste aufzusuchen. Umgekehrt stellten die weiten Wege die Pflegedienste ebenfalls vor große Probleme. Die Zeiten für Pflegeleistungen werden immer knapper bemessen und es gäbe weite Anfahrtswege zu den Pflegebedürftigen. Das verursache einen hohen Zeit-, Personal- und Sachaufwand für die Pflegedienste.

Zudem wanderten durch die Nähe der drei Metropolen Fachkräfte aus dem Pflegebereich dorthin ab, weil sie bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung vorfänden.

Diese Veranstaltung sei, so Monika Scherf deswegen so wichtig, „weil wir hier diese Fragestellungen mit den unterschiedlichen Akteuren diskutieren und Lösungen finden können, um diesen Problemen, gerade im ländlich strukturierten Raum, entgegen zu wirken.“

Pflege ist ein professioneller Beruf

Den Impulsvortrag zu Veranstaltung hatte Professorin Dr. Martina Hasseler von der Universität Heidelberg zum Thema „Rahmenbedingungen der Pflegeberufe“ gehalten.

Sie beschrieb die derzeitige Situation in Deutschland und zog Vergleiche zu anderen europäischen Ländern. Dabei kam sie zu dem Schluss, dass ein besserer Personalschlüssel und höhere Löhne unabdingbar seien. So müssten Einkommensunterschiede zwischen Kranken- und Altenpflege überwunden werden. Sie begrüßte die Einführung der generalisierten Ausbildung ab 2020 mit der es mehr Chancen für berufliche Veränderung, Weiterqualifizierung und Karriere geben würde.

Monika Scherf und Professorin Dr. Martina Hasseler sprachen auch das Thema Digitalisierung an. Damit können Arbeitsprozesse wesentlich erleichtert werden. Auch das sei für die dort Tätigen wichtig. Auch müsse, so die Heidelberger Expertin, die Hemmschwelle gegenüber dem Thema Robotik abgebaut werden. Dieses gelte für die Pflegenden und die Gepflegten gleichermaßen. Wenn digitale Helfer den Fachkräften Arbeit abnehmen, dann können diese die gewonnene Zeit für mehr menschliche Zuwendung nutzen.

Beiträge zum Download im Internet

In den parallel laufenden Workshops beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der “Gewinnung und Bindung von Pflegefachkräften“ und mit dem Thema „Gesund arbeiten in der Pflege - Betriebliches Gesundheitsmanagement in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern“. Den Diskussionen gingen jeweils drei Impulsvorträge voraus.

Im ersten Workshop unter der Leitung von Dr. Maren Preuß, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. referierte Antje Mutz, Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung zum Förderprogramm „Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum“. „Pflegeconnection unterwegs“ lautete das Thema von Sarah Regelien, Gesundheitswirtschaft Nordwest e.V. Mit der „Perspektive: Pflege! – Anlaufstelle zur Sicherung und Gewinnung von Fachkräften in der Pflege“ beschäftigte sich Tomke zur Brügge, Koordinierungsstelle Perspektive: Pflege! Landkreis Vechta

Den zweiten Workshop leitete Anja Penk vom Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg.

In den Kurzvorträgen ging Anne Truter vom Kreiskrankenhaus Osterholz ein auf das Thema „Gesundheit in kleinen und mittleren Unternehmen fördern“. Die „Gesunde Führung als Grundlage Betrieblichen Gesundheitsmanagements“ erläuterte Wiebke Krohn, Unternehmerverbände Niedersachsen e.V., Stelle für Soziale Innovation - und die „Betriebliche Gesundheitsförderung als Aufgabe der GKV am Beispiel des BONAS-Programms der AOK Niedersachsen“ beschrieb Dr. Christiane Perschke-Hartmann von der AOK Niedersachsen.

Die Beiträge werden auf der Internetseite des Sozialministeriums zum Download bereitgestellt.

 
 
 
 
 
Landesbeauftragte Monika Scherf
 
Professorin Dr. Martin Hasseler
 
Sozialministerin Dr. Carola Reimann
 
 
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln