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Flurbereinigung Tripkau erfolgreich abgeschlossen

Schlussfeststellung beendete das Verfahren


Tripkau. Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg hat mit der Schlussfeststellung die Vereinfachte Flurbereinigung Tripkau als viertes von zehn Flurbereinigungsverfahren im Amt Neuhaus beendet.

„Wir haben das Ziel erreicht und die landwirtschaftlichen Arbeits- und Produktionsverhältnisse in dem 3836 Hektar großen Gebiet verbessert", betont Matthias Kriks, Projektleiter beim ArL Lüneburg. Dazu wurden in dem 1994 eingeleiteten Verfahren die Eigentumsflächenflächen zusammengelegt sowie der Flächenzuschnitt und die Erschließungswege auf die Anforderungen an eine moderne Bewirtschaftungsweise ausgerichtet. Für rund 3,3 Millionen Euro wurden 20,7 km vorhandene Wege verstärkt und 1,3 km Wege neu hergestellt.

Ein gleichwertiges Ziel des Verfahrens war die Sicherung und Wiederherstellung einer vielfältigen Kulturlandschaft. Dazu stellte die Teilnehmergemeinschaft 15,4 Hektar Land bereit. Grünland wird dort nun extensiv genutzt, Sukzessionsflächen können sich unbeeinflusst entwickeln und Pflanzstreifen wurden hergestellt, um Einzelbiotope zu vernetzen. Auch Hecken wurden zum Bodenschutz gepflanzt. Neben der Flächenbereitstellung wurden gut 73.000 Euro investiert. Zum Schutz der Gastvögel wurden 3,4 Kilometer Freileitungen in die Erde verlegt.

Die Gesamtkosten des Flurbereinigungsverfahrens betrugen 4,32 Millionen Euro. Davon finanzierten das Land Niedersachsen, der Bund und die EU 97 Prozent. 3 Prozent wurden von der Gemeinde Neuhaus erbracht.

Die gemeinschaftlichen Interessen der 517 Grundstückseigentümer vertrat der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft. Deren Vorsitzender war Herr Joachim Oehlke.

Alle Maßnahmen im Verfahren wurden auf der Grundlage des 2001 genehmigten Wege- und Gewässerplanes mit landschaftspflegerischem Begleitplan umgesetzt. Dieser war zuvor in enger Abstimmung mit dem Vorstand und der Gemeinde Amt Neuhaus aufgestellt worden.

Eine besondere Bedeutung im Verfahrensgebiet hatte auch das Projekt „Alte Obstbaumalleen - Früchte der Elbtalaue". Allein im Gebiet Tripkau wurden über 1200 vorhandene Straßenobstbäume fachgerecht geschnitten und fast 500 neue gepflanzt.

Auch eine nicht alltägliche Arbeit war die Änderung der gemeinsamen Landesgrenze mit Mecklenburg-Vorpommern. Das während der deutschen Teilung entstandene Wege- und Gewässernetz durchschneidet teilweise die heutigen Länder- und Kommunalgrenzen und erschwert die Bewirtschaftung von Flurstücken. Um dem abzuhelfen, wurde die Landesgrenze durch einen Staatsvertrag der beiden Landesregierungen geändert. Das Land Niedersachsen gab 9 Hektar aus dem Amt Neuhaus an Mecklenburg-Vorpommern ab und bekam dafür 13 Hektar der Gemeinde Vielank im Kreis Ludwigslust-Parchim. Niedersachsen ist nun um vier Hektar größer geworden.

Matthias Kriks bedankt sich beim Vorstand der Teilnehmergemeinschaft und bei der Gemeinde Amt Neuhaus für die jahrelange gute Zusammenarbeit. „Gemeinsam haben wir erreicht, dass die Landwirtschaft im Gebiet eine Zukunft hat und gleichermaßen die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes gewahrt wurden."

Mit der Schlussfeststellung ist die Arbeit des Amtes in diesem Verfahren beendet. Neue Verfahren warten bereits, zum Beispiel um die Planungen zur Autobahn A39 zu begleiten. Diese sogenannten Unternehmensflurbereinigungen haben im ArL Lüneburg wachsende Bedeutung. Mit deutlichem Zuwachs nehmen sie ein Drittel aller Verfahren in der Region Lüneburg ein. Damit unterstützt das ArL Lüneburg bedeutsame Projekte der Infrastruktur in der Region.

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