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Fragen an Samtgemeindebürgermeister Hubert Schwedland und Dezernatsleiterin Annika Wangerin

Das Interview führte Joachim Roemer, ArL Lüneburg


Lüchow

Herr Schwedland, warum gerade ein Welterbeantrag?

Wir wissen, dass unsere Rundlings-Landschaft weltweit einmalig ist. Von ursprünglich über 1000 Rundlingsdörfern sind nur noch die in der Samtgemeinde Lüchow (Wendland) erhalten. Dieses Alleinstellungsmerkmal wollen wir schützen und für die Nachwelt erhalten.

Was verspricht sich die Region von der Dorfentwicklung?

Mit großer Bürgerbeteiligung zum Welterbeantrag haben wir die Stärken und Schwächen der Region herausgearbeitet. Wir wollen im Rahmen der Dorfentwicklung die Schwächen abbauen. Wir wollen dem Leerstand begegnen und Belebung in die Dörfer bringen.

Frau Wangerin, was war Ihr erster Gedanke, als der Antrag mit 19 Dörfern vorgelegt wurde?

Der Arbeitsaufwand darf bei so einem großen Verfahren nicht unterschätzt werden. Im Durchschnitt haben wir fünf Dörfer in einem Verfahren.

Der Schwung und der Elan vor Ort haben uns angesteckt- da muss man einfach mitmachen!

Wir waren sofort begeistert von der Idee!

Herr Schwedland, wie haben Sie die Bürgerinnen und Bürger beteiligt?

Mit umfangreicher Bürgerbeteiligung zum Welterbeantrag, mit öffentlichen Veranstaltungen für alle und mit Begehungen in allen 19 Orten, mehrere Tage an den Wochenenden. Die Möglichkeit Wünsche, Anliegen, Anregungen mit in den Prozess einzubringen wurde von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut genutzt.

Frau Wangerin, welche Herausforderung bedeutet diese Dorfentwicklung für Ihr Dezernat?

Zunächst organisatorische. Die Lösung war aufgrund des hochmotivierten Teams unproblematisch.

Dann auch fachliche. 95 % der Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Das erfordert eine enge Abstimmung mit der Denkmalpflege, aber auch, sich intensiv in das Thema einzuarbeiten, um die notwendigen Fachkenntnisse zu erwerben.

Wie unterstützen Sie die Region bei der Umsetzung?

Schon jetzt führen wir Begehungen zu einzelnen Anträgen durch, um die Förderfähigkeit festzustellen.

Wir arbeiten, insbesondere mit der Samtgemeinde, vertrauensvoll zusammen. Vieles besprechen und klären wir unbürokratisch am Telefon.

Herr Schwedland, wo sehen Sie die Dorfregion Lüchow im Jahre 2030?

Wir sind anerkanntes Welterbe! Wir haben Dörfer ohne demografische Probleme, in denen viele junge Familien mit Kindern leben. Die Dörfer sind wieder intakt, auch im Hinblick auf die Landwirtschaft. Denn die Landwirtschaft ist ein Thema der Dorfentwicklung. Die Landwirtschaft muss ihre Wirtschaftsgrundlage hier in der Region behalten.
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