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Rumore Treffen in Mailand

Artie Netzwerk und Transferzentrum Elbe-Weser in Mailand als Good-Practice präsentiert


 
Das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg ist seit Anfang 2017 Partner in dem Interreg Europe Projekt „Rural-urban partnerships motivating regional economies" (RUMORE). Das Ziel des Kooperationsprojektes mit Partnern aus Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Italien und den Niederlanden ist es durch die Stärkung von Partnerschaften zwischen Akteuren aus Stadt und Land Innovationen im ländlichen Raum voranzutreiben. Auf einer im Rahmen des Projektes organisierten Tagung in Mailand wurden im Mai 2018 mehrere zuvor ausgewählte Good-Practices vorgestellt, die zeigen, wie Betriebe aus ländlichen Räumen in Innovationsprozesse eingebunden werden können. Mit dem Artie Netzwerk und dem dazugehörigen Transferzentrum Elbe-Weser war auch ein Good-Practice aus dem Amtsbezirk Lüneburg dabei.

Der Kooperationsverbund ARTIE umfasst derzeit 10 Landkreise, drei Städte sowie eine Samtgemeinde aus dem Amtsbezirk des ArL Lüneburg. Die innerhalb der ARTIE kooperierenden Partner verstehen sich als regionales Netzwerk zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in der Region Nord-Ost-Niedersachsen. Im Mittelpunkt steht dabei die Organisation und Förderung eines aktiven und nachfrageorientierten Wissens- und Technologietransfers, eingebettet in die Strukturen der kommunalen Wirtschaftsförderung. Die Umsetzung des Wissens- und Technologietransfers in den Artie Landkreisen erfolgt über das Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) als externen Dienstleister und im Landkreis Lüneburg über Produktion+. Das TZEW übernimmt hierbei die Verzahnung zwischen den Unternehmen in der Region, den Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie den Einrichtungen der kommunalen Wirtschaftsförderung. (Vgl. http://www.artie.eu/ , für mehr Informationen: https://www.tzew.de/startseite.html ).

Genau dieser individuelle, nachfrageorientierte Wissens- und Technologietransfer für kleine und mittlere Unternehmen, eingebettet in die Strukturen der kommunalen Wirtschaftsförderung, wurde für das Interreg Europe Projekt als ein Good-Practice ausgewählt und jetzt am ersten Tag der Projekttagung Akteuren aus der Region Lombardei und aus weiteren europäischen Regionen näher vorgestellt. Das zeigt einmal mehr, dass das Modell in Niedersachsen und Europa ein Erfolgsmodell darstellt, dass auch nach Ansicht vieler Interreg Projektpartner und der regionalen Akteure aus dem Amtsbezirk Lüneburg einen unverzichtbaren Beitrag zum Innovationsgeschehen in der Region leistet.

An dem Treffen in der norditalienischen Region Lombardei haben über 50 Akteure aus den am Interreg Europe Projekt RUMORE beteiligten Regionen teilgenommen. Neben den Präsentationen von Good-Practices gab es unter anderem eine Bustour durch das landwirtschaftlich geprägte Umland Mailands, auf dem mehrere Betriebe besucht wurden, die sich in Rural-Districts (eine Art Mischung aus Cluster und Genossenschaft) eng zusammengeschlossen haben. Innerhalb der Rural-Districts führen die Betriebe gemeinsam Innovationsprojekte durch und haben Ressourcen gebündelt. Die Rural-Districts sind offiziell anerkannt, staatlich gefördert und in der Region Lombardei in Planungsstrukturen und regionale Entwicklungsstrategien fest eingebunden (insbesondere über das offizielle mit der Region Lombardei und weiteren Akteuren geschlossene Abkommen „Milan Rural Metropoly"; Mailand ländliche Metropole). Darüber hinaus haben alle Rural-Districts einen eigenen Entwicklungsplan. Aktuell gibt es fünf anerkannte Rural-Districts in denen bereits über 200 Betriebe (entlang von Wertschöpfungsketten in einem begrenzten geografischen Raum) organisiert sind, Zahl steigend.

Präsentationen über verschiedene Komponenten des Innovationssystems der Region Lombardei, z.B. über eine Open Innovation Plattform, weitere Vorträge und die Besichtigung einer der letzten traditionellen landwirtschaftlichen Produktionsstätten innerhalb des Mailänder Stadtgebietes vervollständigten das dreitägige Programm. Trotz des mehr als gut gefüllten Programms gab es auch noch Zeit sich bei traditionellen, norditalienischen Spezialitäten mit den Teilnehmern aus den anderen Ländern auszutauschen und mehr über Strukturen, Hintergründe und Arbeitsweisen in anderen europäischen Regionen zu erfahren.

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