Artikel-Informationen
erstellt am:
18.06.2026
zuletzt aktualisiert am:
29.06.2026
Innovative Kooperation zwischen Gemeinde, Landwirten und Naturschützern verbindet Ökosysteme und stärkt die Artenvielfalt im Landkreis
Godenstedt. In Godenstedt im Landkreis Rotenburg (Wümme) ist in den vergangenen Monaten ein bemerkenswertes Naturschutzprojekt entstanden: Durch einen freiwilligen Landtausch beim Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg in der Geschäftsstelle Verden wurden die Voraussetzungen geschaffen, um eine neue Hecke anzulegen, die bestehende Biotope miteinander verbindet. Ziel des Projekts ist die Biotopvernetzung zwischen einer vorhandenen Hecke und einem angrenzenden Wald – zum Wohl der Artenvielfalt und insbesondere zum Schutz der Vogelart „Neuntöter“ (Lanius collurio).
„Die Hecke macht ihrem Namen schon alle Ehre“, freut sich Claus Martens, Landwirt und Initiator des Projekts. Und tatsächlich: Bereits wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung wurde ein Neuntöterpaar von mehreren Personen in der neu angelegten Hecke gesichtet – ein eindrucksvoller Beleg für den Erfolg des Vorhabens.
Kreative Lösung durch Freiwilligen Landtausch
Die Idee stammte von einem privaten Initiator, der selbst nicht direkt am Tausch beteiligt war: Bestehende Heckenabschnitte sollten durch Neuanpflanzung, einen sogenannten Lückenschluss, miteinander verbunden werden, um ein größeres, vernetztes Ökosystem zu schaffen. Die Umsetzung erforderte, dass landwirtschaftliche Nutzflächen in Gemeindebesitz übergingen. Im Gegenzug gab die Gemeinde einen landwirtschaftlichen Weg auf, der durch den neu geordneten Flächenzuschnitt nicht mehr benötigt wurde und stattdessen den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen zugeschlagen werden konnte.
Das Ergebnis: Alle Beteiligten profitieren, die Landwirte verzeichneten keinen Flächenverlust, erhielten in einigen Fällen sogar besser zugeschnittene Flächen, und auf den neuen Gemeindeflächen konnte die Hecke angepflanzt werden.
Vorteile des Projekts
• Neuanpflanzung und Vernetzung von Ökosystemen am Bademühlener Weg
• Wind- und Erosionsschutz für angrenzende landwirtschaftliche Flächen
• Kein Flächenverlust für die beteiligten Landwirte, teils sogar verbesserte Flächenzuschnitte
• Aufwertung des Landschaftsbildes für Anwohnerinnen und Anwohner
Das Projekt in Zahlen
• 7 Tauschpartner tauschten 17 Flurstücke mit einer Gesamtfläche von 3,578 Hektar
• Haupthecke am Bademühlener Weg: 366 m lang, 5 m breit, 3 Reihen Sträucher
• Nebenhecke am Ostereistedter Weg: 132 m lang, 3,75 m breit, 2 Reihen Sträucher
• Zusätzlich: 15 Obstbäume gepflanzt
Pflanzenauswahl für den Neuntöter
Die Auswahl der Gehölze orientiert sich am spezifischen Lebensraumbedarf des Neuntöters. Gepflanzt wurden: Weißdorn, Haselnuss, Holunder, Faulbaum, Salweide, Eberesche, Wildrose und Pfaffenkäppchen. Diese dornigen und dicht wachsenden Sträucher bieten dem Neuntöter ideale Nistmöglichkeiten und unterstützen zugleich zahlreiche weitere Insekten- und Vogelarten.
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erstellt am:
18.06.2026
zuletzt aktualisiert am:
29.06.2026