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Fährplatz Gräpel ist neuer Besuchermagnet in der Region Stade

ArL unterstützt das LEADER-Projekt / Fördermittel kommen auch aus der Metropolregion HH


Bürgermeister Werner Hinck lachte mit der Sonne um die Wette, als er kürzlich bei bestem Wetter den Fährplatz Gräpel mit seinem Sportbootanleger und den „Seeterrassen“ einweihen durfte. Die Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Frau Barbara Otte-Kinast war hierfür gerne an die Oste gekommen, um zu schauen, was aus der LEADER-Förderung, die die LAG Kehdingen-Oste beschlossen und das Amt für regionale Landesentwicklung bewilligt hatte, geworden ist. „Ein Förderantrag auf Papier ist das eine, wenn ich mir dann aber einen Eindruck von dem fertigen Projekt machen kann, ist das viel besser. Danke, dass ich hier sein darf.“

Neuer Magnet für Boote und Radfahrer

Als „herausragend“ bezeichnetete Otte-Kinast das Projekt in ihrer Ansprache und dankte allen Menschen, die es ideell getragen haben. Ihr Dank galt dabei ausdrücklich auch allen, die aufgrund der Pandemie nicht mit eingeladen waren, besonders den Handwerkern, die hier vor Ort „ein Flecken Erde aufgewertet haben“. Sie zollte allen Beteiligten ihren Respekt, dass bereits eineinhalb Jahre nach der Bewilligung der Förderungen nun solch eine umfangreiche Maßnahme fertiggestellt und der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. „Da steckt viel Kraft und Engagement drin.“ Die Ministerin beglückwünschte die Gemeinde Estorf zu diesem Ort. Sie bezeichnete den Fährplatz mit dem Anleger und den Seeterrassen („die Oste ist ja kein See, vielleicht sind es eher Flussterrassen“) als einen Magneten für Boote und Radfahrer und kündigte an, garantiert nicht das letzte Mal hier zu sein.

Ministerin Barbara Otte-Kinast am Hafen in Gräpel   Bildrechte: SG Oldendorf-Himmelpforten
Hans-Werner Hinck (Bürgermeister Estorf), Ministerin Barbara Otte-Kinast und Holger Falcke (Bürgermeister SG Oldendorf-Himmelpforten) freuen sich über den neugestalteten Hafen in Gräpel.

Nicht unerwähnt ließ Ministerin Otte-Kinast, dass solch eine hohe Investition eine große Herausforderung für eine kleine Gemeinde darstellt. Die Gemeinde Estorf hat jedoch eindrücklich bewiesen, dass es sich lohnt. Sie lobte die breite Aufstellung der Gemeinde hinsichtlich der Finanzierung.

Naherholung für Wasserfreunde und Touristen

So dankte Bürgermeister Werner Hinck in seinen Grußworten allen Fördermittelgebern. Er ließ aber auch die Bürgerinnen und Bürger nicht unerwähnt, deren Ideen und Einwände in die Planungen eingeflossen sind. Hinck blickte zurück auf die Erneuerung der Spundwand. Hier ließ er nicht unerwähnt, dass der damalige Deichgraf Horst Wartner seinerzeit großes Verhandlungsgeschick zum Wohle der Region bewiesen hatte und die Erneuerung der abgängigen Uferbefestigung eine unverzichtbare Basis zum Erhalt der Hafenanlage war. Mit dieser Deichsicherheitsmaßnahme war der Grundstein für die Aufwertung des Umfeldes gelegt. Damit war erst die Idee zur Umgestaltung des Fährplatzes entstanden. Nun dient die Uferbefestigung nicht nur der Deichsicherheit, sondern auch dem Wassertourismus. „Ich meine, das Endprodukt kann sich sehen lassen.“ so Bürgermeister Hinck. Er freut sich, dass in seiner Gemeinde nunmehr alle Wasserfreunde und Touristen einen wunderschönen Platz zur Naherholung haben. Sitz- und Liegemöbel sollen auf der Terrasse zum Verweilen einladen. Zum Abschluss seiner Rede dankte der Bürgermeister ausdrücklich der Firma Galla und Partner sowie Martin Wist vom Fachbereich für Bauen und Ordnung der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten für die stetige und unermüdliche Betreuung der Baustelle und die fristgerechte Fertigstellung.

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast auf einem Boot am Hafen in Gräpel   Bildrechte: ArL Lüneburg
Eine Delegation aus Balje und Cadenberge nutzte die Gelegenheit, um der Ministerin ihre Bewerbung für das niedersächsische Dorfentwicklungsprogramm zu übergeben. (Foto: Varoga)

Für weitere Zahlen, Daten und Fakten übergab Hinck das Wort an den Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke, der das Projekt von Anfang an begleitet hat. Dieser lobte den Fährplatz und das Umfeld als Attraktion und neugewonnenen Mittelpunkt der Samtgemeinde. „Ein beliebter Treff- und Begegnungspunkt hat neue Kraft bekommen.“ Falcke ließ aber auch nicht unerwähnt, dass es ein weiter Weg war, um alle Fördermittelgeber von dem Projekt zu überzeugen. Musste doch zwischen der Idee zur Umgestaltung und der Bewilligung der Maßnahme noch ein Tourismuskonzept für den Flussverlauf von Bremervörde bis zur Elbmündung geschrieben werden, um alle Fördermittelgeber von dem Potenzial der unteren Oste zu überzeugen.

Gute Zusammenarbeit mit dem Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg

Falcke konnte als Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER-Region Kehdingen-Oste davon berichten, dass die Gestaltung des Hafenumfeldes Gräpel 2018 /2019 dank der guten Zusammenarbeit mit Herrn Varoga vom Amt für regionale Landesentwicklung eine Bewilligung in Höhe von 400.000 Euro erhalten hat. Hierbei handelt es sich um den bisher höchsten Einzelzuschuss aus dem Budget der LEADER-Region Kehdingen-Oste. Die Metropolregion Hamburg bewilligte aus dem FörderFond Hamburg/Niedersachsen knapp 230.000 Euro aufgrund der anerkannten touristischen Bedeutung für die gesamte Region. Zusammen mit dem Zuschuss der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten in Höhe von 100.000 Euro konnte somit ein Zuschusspaket von rund 730.000 Euro für die ca. 1 Mio Euro teure Anlage geschnürt werden. Abschließend stellte Samtgemeindebürgermeister Falcke fest, „es kann sich sehen lassen, was hier entstanden ist. Die Seeterrassen ziehen die Blicke auf sich. Hier ist ein neues Aushängeschild der Samtgemeinde, nein, der ganzen Region entstanden.“

Claus List als Vertreter der AG Osteland gratulierte zur touristischen Aufwertung des Hafenumfeldes. Der Vorsitzende des Schiffervereins Gräpel Andreas Rausche erinnerte in seinen Gruß- und Dankworten an den Ursprung des Hafens Gräpel, der seinerzeit Ever beheimatete und ein bekannter Stackbuschhafen war. Er äußerte seine Freude darüber, dass dieser traditionelle Platz nunmehr aufgewertet wurde. Außerdem bedankte er sich für die neuentstandene Remise, die mit Informationen über die Historie des Hafens bestückt werden soll.

Origineller Besuch aus Balje und Cadenberge

Coronakonform hatte man sich von Seiten der Gemeinde bei der Einweihungsfeier für eine kleine geladene Runde entschieden. Allerdings blieb das Ereignis nicht ganz geheim. So nutzte eine Delegation aus Balje und Cadenberge die Chance und reiste mit vier Börtebooten an, um kurz anzulegen und am Rande der Veranstaltung der zuständigen Ministerin die Bewerbung zur Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm zu überreichen. Diese war begeistert von dem originellen Besuch. Hatte sie doch in ihrer vorausgegangenen Rede darauf verwiesen, dass LEADER innovative Projekte und Ideen braucht.

Außerdem hatte Ministerin Otte-Kinast mitgeteilt, dass das Land Niedersachsen für den nächsten Förderzeitraum 2023-2027 insgesamt 160 Millionen Euro als LEADER-Förderung zur Verfügung stellt. (Anmerkung der Redaktion: Die Region Kehdingen-Oste wird sich wieder als Förderregion bewerben).

Erste Besucher kamen auf dem Fahrrad

Nachdem die Besucher auf dem Wasserweg die Steganlage Gräpel wieder verlassen hatten, kamen weitere Interessierte auf den Fährplatz. Eine große Truppe von Fahrradfahrern aus dem Nachbarlandkreis Rotenburg / Wümme wollte es sich während einer organisierten Fahrradtour durch die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten nicht nehmen lassen und kam im Anschluss an die offizielle Einweihung, um den neugestalteten Fährplatz und das stimmige und stimmungsvolle Umfeld zu bestaunen.

Text: Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten


Bildrechte: Clemens von Marschalck

Der Püttenhüpper ist eines von mehreren Booten, die den neuen Anleger auf der Oste nutzen werden.

Ansprechpartner Dezernat 3

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Artikel-Informationen

erstellt am:
26.07.2021
zuletzt aktualisiert am:
27.07.2021

Ansprechpartner/in:
Lienhard Varoga

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