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Digitaler Wandel in KMU – Herausforderungen für Wirtschaftsförderer

Ergebnisse der Veranstaltung am 14.03.2018 im Technologiezentrum Lüneburg


 
Hannah Rudolph moderierte die Veranstaltung

Im Zuge der Digitalisierung haben vielfach kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einen hohen Beratungsbedarf. Dann stehen die Innovations- und Wirtschaftsförderer vor einer besonderen Aufgabe. Denn gerade kleine Unternehmen fragen dort häufig Unterstützung nach.

 
Landesbeauftragte Monika Scherf begrüßte die Teilnehmer

Monika Scherf: „Unternehmen im ländlichen Raum müssen wettbewerbsfähig bleiben.“

Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg und das Innovationsnetzwerk Niedersachsen (INN) hatten gemeinsam in das Technologiezentrum der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade eingeladen. Landesbeauftragte Monika Scherf umriss zu Beginn das Ziel der Veranstaltung: „Gemeinsam mit den Kammern, Hochschulen und Kommunen wollen wir Ideen erarbeiten, wie wir in unserer Region Lüneburg eine erfolgreiche Beratung der Unternehmen zum Thema Digitalisierung, insbesondere auch zu Fördermöglichkeiten, sicherstellen können.“ Dabei ginge es nicht nur um den Breitbandausbau, vor allem im ländlichen Raum. Wichtig sei vielmehr, Unternehmen auf dem Weg der Digitalisierung bestmöglich zu unterstützen, damit sie neue Geschäftsmodelle entwickeln und ihre Prozesse und Arbeitsabläufe durch intelligente Datennutzung und Datenvernetzung vereinfachen und effizienter gestalten können. „Wir wollen als ArL Lüneburg dazu beitragen, dass unsere Unternehmen im ländlichen Raum wettbewerbsfähig bleiben und in der digitalen Liga von Beginn an ganz oben mitspielen können“, betonte die Landesbeauftragte.
 
Staatssekretär Muhle warb für den Masterplan Digitalisierung

Stefan Muhle: „Digitalisierung ist die Basis unseres künftigen Wohlstands.“

Den thematischen Rahmen setzte Stefan Muhle, Staatssekretär für Digitales im niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Er machte deutlich, dass Digitalisierung kein Luxus, sondern die Basis unseres künftigen Wohlstands sei. Die Niedersächsische Landesregierung habe dies erkannt und deshalb ein Sondervermögen von bis zu einer Milliarde Euro bis 2022 für die digitale Zukunft Niedersachsens bereitgestellt. 500 Millionen seien bereits in den Haushalt eingestellt worden. Seine Aufgabe als Staatssekretär sei es, die Vorgehensweise im Rahmen eines Masterplans zu definieren und die Umsetzung schnellstmöglich voranzutreiben. Staatssekretär Muhle unterstrich, dass es vor allem wichtig sei, Synergien zu nutzen und bereits gut laufende Projekte und Anwendungsfälle der Digitalisierung aus der Praxis auszubauen und einer breiten Masse zugänglich zu machen.

Bei der digitalen Infrastruktur habe die Landesregierung insbesondere die ländlichen Räume im Blick, damit diese nicht den Anschluss verlieren. Gleichzeitig würden die Unterstützungsangebote für kleine und mittelständische Unternehmen ausgebaut. Dies könne aber nur gemeinsam mit den spezialisierten Wirtschaftsförderern durch die Stärkung der regionalen Strukturen gelingen.

Masterplan Digitalisierung: Niedersachsens digitale Zukunft gestalten

Staatssekretär Muhle warb bei den Teilnehmern für den Maserplan Digitalisierung. Bis Mitte 2018 sollen darin konkrete Zeitpläne und Handlungsempfehlungen für den Ausbau der digitalen Infrastruktur zusammengefasst werden. Diesen Masterplan wolle man gemeinsam mit den Akteuren, mit Betrieben und Hochschulen aufstellen.

Dazu gehörten drei Bausteine: Eine Digitalisierungsagentur soll Kompetenzen bündeln, zertifizierte Digitalisierungsberater übernehmen die Arbeit vor Ort und ein Digitalisierungsbonus soll die Digitalisierung in den Unternehmen unterstützen, nicht nur im investiven Bereich.
 
Dr. Susanne Schmitt stellte das Innovationsnetzwerk Niedersachsen vor

Dr. Susanne Schmitt: „Digitalisierung als Chance zu begreifen.“

Ein wichtiger Partner beim Thema Digitalisierung ist das Innovationsnetzwerk Niedersachsen. Es steht, so dessen Vorsitzende Dr. Susanne Schmitt, für geballte Beratungs- und Vermittlungskompetenz zum Thema Innovation. Die rund 275 Mitglieder des niedersachsenweiten Verbundes seien die richtigen Ansprechpartner bei Fragen der Innovations- und Wirtschaftsförderung.

In ihrem Grußwort stellte Dr. Schmitt die Bedeutung des Netzwerkes heraus: „Unsere Partner unterstützen Unternehmen dabei, Innovationen zu realisieren, mit Forschungseinrichtungen zu kooperieren und innovative Geschäftsideen in wirtschaftlichen Erfolg zu überführen.“ Dabei spiele Digitalisierung immer wieder eine zentrale Rolle. Denn nicht nur in der Wirtschaft und in der Forschung sorge die Digitalisierung für neue Möglichkeiten und verteile Chancen und Risiken neu. Auch die Innovations- und Wirtschaftsförderung bleibe von der Digitalisierung nicht unberührt.

„Dies betrifft zum einen den Beratungs- und Unterstützungsbedarf der Unternehmen im Wissens- und Technologietransfer“, erläuterte Dr. Schmitt. Längst schon gehörten Fragen rund um digitale Technologien und digitale Geschäftsmodelle zum Alltag der Betriebe. Gerade kleine Unternehmen müssten häufig dabei unterstützt werden, sich mit der digitalen Transformation zu befassen und die Herausforderungen anzugehen, um die Chancen zu nutzen. „Hier müssen wir als Förder-Einrichtungen immer wieder auf der Höhe der Zeit bleiben, um den Unternehmen in Niedersachsen den Zugang zur digitalen Welt zu erleichtern und Hürden abzubauen“, so Dr. Schmitt.
 
Dr. Maik Plischke referierte über Kooperation in regionalen Innovationssystemen

Dr. Maik Plischke: „Wirtschaftsförderer sind die Landärzte für Unternehmen.“

Dr. Maik Plischke, Geschäftsführer des Innovationszentrums Niedersachsen ging auf die Rolle der Wirtschaftsförderer beim Thema Digitalisierung ein: „Der Wirtschaftsförderer ist der Landarzt für Unternehmen.“ Er müsse nicht alles wissen, aber er müsse die „Fachärzte“ kennen, an die er dann weitervermittelt. Dazu müsse sich der Wirtschaftsförderer umfassende Kenntnisse erwerben. Das beträfe sowohl die Arbeit an den Hocheschulen, als auch die Bedarfe der Unternehmen. Nur so ließe sich zielgerichtet beraten.

Die Beratung kleinerer und mittlerer Unternehmen sieht Dr. Plischke als besonders wichtig, denn diese spielten eine entscheidende Rolle in der Wirtschaftsstruktur des Landes Niedersachsen. Dies gelte insbesondere für den ländlichen Raum.

„Damit kleine und mittlere Unternehmen auch in der Zukunft sichere und hochwertige Arbeitsplätze anbieten können, müssen sie ihre Wettbewerbsfähigkeit mindestens erhalten, möglichst aber stärken“, hob Dr. Plischke hervor. Im weltweiten Wettbewerbsumfeld sei das aber nur möglich, wenn sie innovativ sind. Entscheidend für den Erfolg sei dabei neben einer zielgenauen Landesförderung eine enge Beratung und Begleitung der Unternehmen, um Ihnen die Inanspruchnahme der zahlreichen bereits bestehenden und gegebenenfalls neu zu schaffenden Förder- und Beratungsprogramme auf Bundes-, Landes- und Europaebene zu ermöglichen.

Ein weiterer Aspekt sei der Zugang für Unternehmen zu Hochschulen, Absolventen und anderen innovativen Unternehmen. Dieser müsse möglichst einfach gemacht werden. Zur Stärkung der Innovationsfähigkeit bedürfe es unter anderem guter regionaler Strukturen, die regionsübergreifend aber auch auf Landesebene zusammenwirken.

Aus seinem Vortrag zog Dr. Plischke das Fazit:

  • Wir benötigen mehr regionale Transparenz: Bedarfsanalysen.

  • Wir müssen die regionale Innovationsleistung und Innovationsfähigkeit erheben und individuelle stärken.

  • „Wissen über Köpfe“ muss bestmöglich unterstützt werden.

  • Wir benötigen regional neue Kooperationsformen.

  • Hochschulen müssen ihre Rolle in einem regionalen Innovationssystem erkennen und umsetzen.

  • Wissens- und Technologietransfer benötigen Vertrauen und Vertrauenspersonen.

 
In Workshops wurden Ideen entwickelt

Workshops rundeten den Vortragsteil ab

In drei Workshops konnten die Teilnehmer ihre Erfahrungen einbringen und Ideen weiterentwickeln.

Lea Tedja vom Innovationsnetzwerk Niedersachsen stellte die Frage nach den Bedarfen einer Digitalisierungsagentur.

Dr. Maik Plischke fragte nach der Rolle der Wirtschaftsförderer bei der Digitalberatung

Tim Mittelstaedt warf einen Blick in die virtuelle Realitität und stellte das APITs Lab der nordmedia vor.
 
Dr. Maik Plischke fragte, `was sollte gefördert werden?`
 
Tim Mittelstaedt leitete zu APITS Lab einen Workshop
 
Lea Tedja vom Innovationszentrum Niedersachsen leitete den Workshop "Digitalisierungsagentur"

APITs steht für „Applied Interactive Technologies“. Das APITs Lab handelt im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung und in Kooperation mit der Innovationszentrum Niedersachsen GmbH. Es will Unternehmen das Know-how der Games-Branche zugänglich machen. ( nordmedia/APITS Lab)

 
Zuhause in der digitalen Welt: APITs Lab
 
Zuhause in der digitalen Welt: APITs Lab
 
Zuhause in der digitalen Welt: APITs Lab

Veranstaltungen zum Thema:

Gemeinsam mit der WLG (Wirtschaftsfördergesellschaft mbH für Stadt und Landkreis Lüneburg) und APITs Lab hatte das ArL Lüneburg am 15. März zu einer Veranstaltung ins das Museum Lüneburg eingeladen. Dabei ging es um die Anwendung von Anwendungen in den Bereichen der Architektur und der Gesundheitstechnik. ( Bericht auf der Seite der WLG)

Am 26. April folgt eine weitere Veranstaltung mit dem Thema „Zukunftschancen für Museen, Kultur und Tourismus“ in der Leuphana Universität Lüneburg. ( Veranstaltungshinweise)

Digitaler Wandel in KMU - Veranstaltung des Innovationsnetztwerkes Niedersachsen und des ArL Lüneburg im Technologiezentrum der Handwerkskammer in Lüneburg

 
Hannah Rudolph moderierte die Veranstaltung
 
Im Gespräch v.l. Landesbeauftragte Monika Scherf, Direktor beim ArL Lüneburg Harald Ottmar und Staatssekretär Stefan Muhle
 
Grußworte des Hausherrn: Dr. Thomas Felleckner, Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
 
Landesbeauftragte Monika Scherf begrüßte die Teilnehmer
 
Dr. Susanne Schmitt stellte das Innovationsnetzwerk Niedersachsen vor
 
Staatssekretär Muhle warb für den Masterplan Digitalisierung
 
Dr. Maik Plischke referierte über Kooperation in regionalen Innovationssystemen
 
Gut gefüllt: Der Hörsaal des TZH Lüneburg
 
In Workshops wurden Ideen entwickelt
 
Lea Tedja vom Innovationszentrum Niedersachsen leitete den Workshop "Digitalisierungsagentur"
 
Dr. Maik Plischke fragte, `was sollte gefördert werden?`
 
Tim Mittelstaedt präsentierte APITs Lab der nordmedia
 
Tim Mittelstaedt leitete den Workshop zum Thema APITs Lab
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