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Dorferneuerung Amelinghausen nach 11 Jahren Förderung abgeschlossen

Landesbeauftragte Jutta Schiecke bedankte sich bei der Gemeinde


 
Landesbeauftragte Jutta Schiecke (3.v.r.) und Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch (4.v.l.) mit v.r. Annika Wangerin, Carsten Brammer, Michael Göbel, Stephan Kaufmann, Ines Harms und Matthias Reinold

Ende des Jahres läuft die Dorferneuerung aus. Dann liegen elf Jahre mit Arbeitskreissitzungen, Projektentwicklungen und Maßnahmenumsetzungen hinter Amelinghausen sowie Etzen und Dehnsen. 1,2 Millionen Euro Fördermittel sind geflossen. Neben acht gemeindlichen wurden 66 private und ein kirchliches Vorhaben gefördert.

Jetzt bedankten sich Landesbeauftragte Jutta Schiecke und Annika Wangerin, Dezernatsleiterin beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) bei Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch und Gemeindedirektor Michael Göbel für die gute Zusammenarbeit.

Am Termin nahmen auch Stephan Kaufmann von der Gemeinde Amelinghausen, der Dorferneuerungsplaner Matthias Reinold aus Rinteln und Ines Harms, zuständige Sachbearbeiterin für die Dorferneuerung teil.

Auf dem Brammer-Hof in Etzen ließen sie sich von Carsten Brammer beispielhafte Dorferneuerungsmaßnahmen erläutern. Darunter eines der ersten Umnutzungsprojekte in Niedersachsen, dem Umbau eines Stallgebäudes zu Wohnraum.

„Sie haben wichtige Projekte umgesetzt und Sie haben Pionierarbeit geleistet", betonte Jutta Schiecke. Zwei Jahre nach Aufnahme in das Förderprogramm am 1. Juli 2006 wurde Amelinghausen als Modellprojekt zusammen mit elf weiteren niedersächsischen Dörfern ausgewählt. Im Auftrage des Landwirtschaftsministeriums untersuchte die Universität Hannover in zwölf niedersächsischen Dörfern die Umnutzung landwirtschaftlicher Altgebäude und Hofanlagen.

Begutachtet wurden leerstehende oder in folgenden Jahren potenziell leerfallende Gebäude und die Möglichkeit der weiteren Nutzung. Heute ist die Fördermöglichkeit fest in der Richtlinie verankert. Unter den Begriffen Diversifizierung und Revitalisierung geht es um die Erhaltung ortsbildprägender Bausubstanz und Wohnen und Arbeiten in den Dörfern. Damit wird das Leben im Dorfmittelpunkt erhalten und einer Zersiedelung der Landschaft durch neue Baugebiete entgegengewirkt.

„Auch wenn in Amelinghausen nur ein Projekt zur Umsetzung kam, war dieses doch richtungsweisend für die heutige Zeit" sagt Jutta Schiecke. Und hier auf dem Hof Brammer könne man deutlich sehen, dass sich diese Investitionen in die Zukunft auszahlen.

Ein weiterer Begriff hat sich in den Jahren gewandelt. Sprach man zu Beginn noch von Dorferneuerung, heißt es heute Dorfentwicklung. Auch das drückt den Wandel aus, der vollzogen wurde. Man baut auf dem Bestehenden auf und tauscht nicht alt gegen neu.

Der Schwerpunkt der öffentlichen Maßnahmen in der Dorfentwicklung Amelinghausen mit Etzen und Dehnsen lag beim Ausbau des Schulweges und der Straße Am Bahndamm. Gestalterisch aufgewertet wurden der Friedhof und der Promenadenweg am Lopausee. Weitere Förderungen flossen in das Markthus, den Jugendzeltplatz und die Oldendorfer Straße. Insgesamt beträgt die öffentliche Förderung über 250.000 Euro.

Den größten Anteil hatten jedoch die privaten Maßnahmen. 44 Antragsteller sowie die Hippolit-Kirchengemeinde erhielten Zuwendungen für 67 Projekte mit fast einer Million Euro.

„Das zeigt den hohen Investitionsbedarf in den Dörfern, aber auch die Wertschätzung der Eigentümer gegenüber ihrem Eigentum", so Annika Wangerin. Der Schwerpunkt lag dabei eindeutig bei der Erneuerung der Dächer. „Wir fördern ausschließlich hochwertige Tonpfannen, um das Ortsbild zu erhalten", erläutert die Dezernatsleiterin Strukturförderung ländlicher Raum im ArL Lüneburg. Die Sanierung der großen Dachflächen sei sehr teuer. Zudem erfolge gleichzeitig eine zeitgemäße Dämmung der Dächer. Das senke die Heizkosten und trage zum Klimaschutz durch die Einsparung von Brennstoffen bei.

Investiert wurde auch in die Erneuerung von Fenstern, Türen und Fassaden.

Für Amelinghausen endet nun zwar die Förderung, aber nicht die weitere Entwicklung des Ortes. Dazu wird der Dorfentwicklungsplan beitragen, der unter der Federführung des Planungsbüros Reinold aus Rinteln gemeinsam mit Rat und Verwaltung sowie den Bürgerinnen und Bürgern aufgestellt wurde.

Heute betreut das ArL Lüneburg 56 Dorfentwicklungsverfahren. Dazu kommen Einzelanträge aus den Bereichen Regionalmanagement, ländlicher Wegebau, Basisdienstleistungseinrichtungen, ländlicher Tourismus, Kulturerbemaßnahmen sowie Kleinstunternehmen der Grundversorgung. Weiterhin werden 63 Flurbereinigungsverfahren in den drei Geschäftsstellen Lüneburg, Bremerhaven und Verden bearbeitet.

Aus dem Programm zur Förderung der ländlichen Entwicklung ZILE und aus der Richtlinie Breitbandförderung -ländlicher Raum- liegen zum jährlichen Stichtag am 15.September 2017 über 350 (101 in der Geschäftsstelle Lüneburg - GS LG -) Anträge vor. Bei einem Investitionsvolumen von fast 87 (30 GS LG) Millionen Euro wurden Zuschüsse in Höhe von rund 46 (13 GS LG) Millionen Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER, der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz(GAK) sowie aus Landesmitteln beantragt. Den höchsten Zuschussbedarf beansprucht dabei die Breitbandförderung, einem Schwerpunkt der Ziele der neuen Landesregierung.

Für 2018 stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ArL Lüneburg in den Startlöchern.

Neue Anträge wurden zum 15.09. bei der Bewilligungsbehörde eingereicht. Dieser Stichtag ist eine Ausschlussfrist. Danach werden die eingegangenen Anträge vom ArL Lüneburg nach vorgegebenen Kriterien bepunktet. Bei Überschreiten bestimmter Investitionshöhen wird dann der kommunale Steuerungsausschuss beteiligt.

Nach Zuweisung der Haushaltsmittel können im Folgenden Zuwendungsbescheide durch das ArL Lüneburg als Bewilligungsbehörde gefertigt werden. Erst dann dürfen die Antragsteller Aufträge an die Handwerker erteilen bzw. Material kaufen und somit das Projekt umsetzen.

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