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"Landlust" - Studentischer Ideenwettbewerb zur nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume in der Region Lüneburg

Landesbeauftragte Monika Scherf kürt die Preisträger


Die Jury: (v.l.) Landrat Manfred Nahrstedt, Dr. Julia Baumgarten, Dr. Stefan Löb, Wilfried Speyer, Hanna Fenske, Prof. Dr. Rolf Wiese, Landesbeauftragte Monika Scherf, Bürgermeister Jens Böther, Dr. Jens Schmidt




57 Projektideen für die Entwicklung des ländlichen Raumes. So viele haben Studierende der Leuphana-Universität eingereicht. Nach einer Vorauswahl durch eine achtköpfige Jury am 18. Juni schafften es 11 Projektvorschläge in die zweite Runde. Aus diesen Vorhaben hat die Jury am 2. Juli drei Preisträger ausgewählt und prämiert.

Insgesamt 200 Studierende haben im laufenden Sommersemester Ideen zur nach-haltigen Entwicklung ländlicher Räume in der Region Lüneburg ausgearbeitet. Am 18. Juni hatte die fachkundige Jury in einer ersten Runde aus 57 Projektvorschlägen elf besonders innovative Ideen vorab ausgewählt.

Diese erfolgreichen Teams erhielten die Chance, ihre Konzepte zu verfeinern und am 2. Juli erneut vorzustellen. Am gleichen Tag wählte die Jury daraus die drei besten Konzepte aus.

Auf Platz 1 sah die Jury das Projekt „Redder – Die Ersthelfer Drohne“. REDDER ist eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, die ärztliche Notfallversorgung in ländlichen Regionen durch das Einsetzen von Drohnen zu verbessern. Das Konzept nimmt die Herausforderungen von langen Anfahrtswegen für den Notarzt und die zum Teil dünne Versorgungsdichte der peripheren Regionen auf. Für die Lüneburger Region wird somit eine innovative und beschleunigte Form der Erstversorgung etabliert.

Den 2. Platz erreichten die Studierenden mit dem Projekt „Workshop Landwärts“. Das Projekt zielt auf die typischen Probleme einer ländlich-peripheren Region, zu denen etwa die Abwanderung von Bewohnern, zu wenige junge Arbeitskräfte und schließende Einrichtungen gehören. Mit dem dreitägigen Workshop „Landwärts“ werden junge Unternehmer und Familien in die Region eingeladen. Ihnen wird gezeigt, dass Stress und Hektik des Stadtlebens gegen ein erfülltes Leben auf dem Land eingetauscht werden können, ohne beruflich Abstriche machen zu müssen. Das Potenzial des Landlebens wird vermittelt, sei es bei der Jobsuche oder Gründung, für das Familienleben oder in der Gemeinschaft.

Und der 3. Platz entfiel auf das Projekt „Zukunft gestalten“. Damit soll ein duales Studium, das eine handwerkliche Ausbildung mit einem Kunststudium verbindet, ins Leben gerufen werden. Ziel ist eine Attraktivitätssteigerung, sowohl für Handwerksbetriebe als Arbeitgeber, als auch für die Region Lüneburg als Lebensraum. Das duale Studium beinhaltet praktische und theoretische Phasen der betrieblichen und hochschulischen Ausbildung und schließt mit dem Gesellenabschluss sowie dem akademischen Titel ‚Bachelor of Arts‘ ab.

Juryleiterin Monika Scherf freut sich über die gelungenen Präsentationen. „Ich habe heute elf Gewinner gesehen. Alle vorgestellten Projekte hätten es verdient, hier ausgezeichnet zu werden. Dementsprechend hat sich die Jury die Entscheidung für die drei ersten Plätze nicht leicht gemacht.“ Sie fügt hinzu: „Wir wollen jetzt alle nach Kräften unterstützen, dass die Projektideen ihren Weg in die Region und in die Umsetzung finden.“


Hintergrundinformationen:

Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg ist 2018 Auftraggeber für den Ideenwettbewerb der Leuphana Universität Lüneburg. Dieser wird jedes Sommersemester im Rahmen des Projektseminares "Innovationsmanagement" der Graduate School (Masterstudiengänge) am Institut für Unternehmensentwicklung durchgeführt wird. Begleitender Dozent ist Dr. Jens Schmidt.

Den Studierenden blieb nicht viel Zeit. Am 9. April hatten Claudia Schmidt und Insa Schwob vom ArL Lüneburg den Auftrag im Audimax der Leuphana vorgestellt. Zum 6. Juni wurden 57 Projektideen eingereicht. Gefordert war neben den Projektkonzepten als Ideenskizze auch ein 90-Sekunden Film. Gerade in den Filmen wird deutlich, dass sich die Studierenden intensiv mit bestehenden Herausforderungen und Chancen der Landkreise Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Uelzen auseinandergesetzt haben.

Die Jury-Mitglieder hatten das Potential der Idee für den ländlichen Raum, die Schlüssigkeit und Umsetzbarkeit des Konzepts zu bewerten. Potentielle Träger der skizzierten Idee in der Region sollten identifiziert sowie relevante Unterstützer benannt werden. Schließlich sind zentrale Umsetzungsschritte aufgezeigt und ein plausibles Betreiberkonzept entworfen worden.

Nach Studium der Konzepte und einer fast zweistündigen Filmvorführung hatte die Jury in der ersten Runde die Aufgabe, zehn Projekte für die Endausscheidung auszuwählen. Bereits hier tat sie sich schwer, unter den vielen tollen Projekten diese Auswahl zu treffen. So waren es dann am Ende nicht zehn sondern elf Arbeiten, die nun am 2. Juli die Gewinner unter sich ausmachten.

Die Master Studierenden stellen ihre Ergebnisse frei zur Verfügung. Die Studierenden erhalten für die Projektidee eine Note, Wertgutscheine für die Region und Zertifikate.


Jury

Dr. Julia Baumgarten (Landkreis Uelzen), Bürgermeister Jens Böther (Stadt Bleckede), Regionalmanagerin Hanna Fenske (Regionalmanagement Leader Region Naturpark Lüneburger Heide), Referatsleiter Dr. Stefan Löb (Niedersächsisches Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung,), Landrat Manfred Nahrstedt (Landkreis Lüneburg), Landesbeauftragte Monika Scherf (ArL Lüneburg), Geschäftsführer Wilfried Seyer (Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH) und Professor Dr. Rolf Wiese (Vorsitzender Museumsverband Niedersachsen-Bremen e.V.)


Die weiteren vorgestellten Projekte:


LANDerLEBEN

Das Projekt LANDerLEBEN beschreibt die Möglichkeit neuer Lebens-und Wohnkonzepte, um das Gemeinschaftsgefühl in Wohnprojekten, aber insbesondere in der Kommune zu stärken. Im Focus steht der Trend zu teilen statt zu besitzen. Carsharing, gemeinsame Kinderbetreuung oder Gemeinschaftsgärten werden zunehmend beliebter. Ort der Idee ist der digitale Landkreis Uelzen.

Kreativ Workshops

Kreativitätsworkshops für einen florierenden und nachhaltigen Tourismus lautet der Titel des Projektes, in dem es um den Heidetourismus in den Wintermonaten geht. Pensionen in kleineren Dörfern, mit wenig Gästen in den Wintermonaten, bieten mehrtägige Workshops unterschiedlichster Art an, um Touristen einen Anreiz zu geben, in die Lüneburger Heide zu kommen und somit die Pensionen zu füllen.

Drone Parc

Drone-Parc will unwirtschaftlichen oder ungenutzten Bauernhöfen neues Leben einhauchen. Die Idee ist es, einen ungenutzten Bauernhof und eine der wohl am schnellsten wachsenden Technologien und Hobbys, das Drohnenfliegen, miteinander zu verbinden. Drone-Parc zweckentfremdet die Gegebenheiten des Bauernhofes, um auf der Fläche bzw. in den Gebäuden Laien sowie Fortgeschrittenen das Fliegen von verschiedenen Drohnen zu ermöglichen.

Ein Herz für Stiftungen

In ländlichen Regionen gibt es bereits viele Einrichtungen, die sich damit befassen, Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen ein möglichst unbeschwertes Leben zu ermöglichen. Ein „HerzfürStiftungen“ unterstützt Behinderteneinrichtungen durch eine ausführliche Beratung und Begleitung bei der Gründung einer Stiftung. Ziel ist, durch eine umfassende Aufklärung die Vorteile des Stiftungskonzeptes für alle Beteiligten der Hilfeeinrichtung aufzuzeigen.

Heidespace

Heidespace greift das Pendlerproblem und die Abwanderung der Bevölkerung aufgrund fehlender Arbeitsplätze im ländlichen Raum auf. Heidespace bietet die Möglichkeit, bequem im Coworking Space zu arbeiten. Geboten werden Einzelbüros und Großraumbüros inklusive Büroausstattung und diversen Services. Eine produktive Arbeitsumgebung und kurze Arbeitswege sprechen insbesondere die Zielgruppe der Wissensarbeiter aus dem tertiären Sektor an, die aktuell eine lange Fahrzeit auf sich nehmen.

Techmobil

Ausgangspunkt der Idee ist die zunehmende Relevanz und Notwendigkeit von technischem Know-How bei gleichzeitig eingeschränkter Mobilität im ländlichen Raum. Eine von Ort zu Ort fahrende mobile Lernstätte ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, Technik- und IT-Kenntnisse (spielerisch) zu erwerben, um Interesse an diesem Berufszweig zu wecken sowie den Grundstein für eine spätere berufliche Laufbahn in diesem Bereich zu legen.

Landzwerge

Eltern und Kinder tragen gemeinsam zum Erhalt kleiner landwirtschaftlicher Betriebe bei, indem dort Bauernhofkindergärten als zusätzliches Standbein eingerichtet werden. Die ortsansässigen, regionalen Landwirte werden einbezogen, indem sie dem Projekt ihr Bauernhofareal vermieten sowie ihr Wissen an die Kinder weitergeben. Das Projekt dient der ökonomischen, ökologischen, kulturellen sowie sozial nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes.

Nord CoastCider

Die Projektidee verschafft dem Obstanbau im Alten Land eine Möglichkeit, das unternehmerische Risiko zu streuen, um langfristig am Markt zu bestehen. Der als Modern Cider Marke konzipierte NORD COAST CIDER ist die moderne Variante eines Apfelschaumweines, mit enormem Wachstumspotenzial, vor allem auf dem deutschen Getränkemarkt. Aus den im Alten Land angebauten Äpfeln hoher Güteklasse soll eine hochwertige regionale Spezialität entstehen, die die örtlichen Apfelhöfe selbst produzieren und vertreiben.


Ansprechpartnerin:´

Insa Schwob

Tel.: +49 4131 15 1360

Landesbeauftragte Monika Scherf mit dem Projektteam "Redder - Die Ersthelfer Drohne"
Landesbeauftragte Monika Scherf mit dem Projektteam "Workshop Landwärts"
Landesbeauftragte Monika Scherf mit dem Projektteam "Zukunft gestalten"
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