klar

Leuphana Standort wird zu einem Campus für 3D-Druck

Landesbeauftragte Jutta Schiecke: "Von der Kombination der 3D-Druck-Produktion in Lüneburg und den Forschungsaktivitäten der Leuphana wird die ganze Region profitieren"


Jutta Schiecke
Landesbeauftragte Jutta Schiecke


Zum Jahreswechsel entsteht in Lüneburg ein Campus für 3D-Druck. Damit könnte die Region Lüneburg zu einem Vorreiter auf dem Gebiet dieser zukunftsträchtigen Technologie werden. Für das vielversprechende Projekt hat die Leuphana Universität einen Teil ihres Standortes Volgershall an die Bionic Production AG vermietet. Die Gesellschaft eröffnet in Lüneburg eine Betriebsstätte und wird auf rund 2.000 qm eine „Bionic Smart Factory" mit Produktionsflächen für den 3D-Druck einrichten. Mit Unterstützung des Landes Niedersachsen und der Hansestadt Lüneburg entstehtein sogenannter „3D-Campus", auf dem sich weitere Kooperationspartner ansiedeln werden. Dadurch könnten mittelfristig bis zu 100 innovative und hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Staatssekretärin Birgit Honé sieht in der Entwicklung des „3D-Campus" große Chancen für die Weiterentwicklung der Technologie in ganz Niedersachsen.

Neben der Bionic Production, die am neuen Standort mit zunächst 30 Arbeitsplätzen startet, sollen sich weitere mit dem 3D-Druck verbundene Unternehmen auf dem Gelände ansiedeln und weitere Arbeitsplätze schaffen. Dazu werden derzeit Gespräche, u.a. mit der Firma Hewlett Packard und dem Laser Zentrum Nord GmbH, das an dem neuen Standort einen Teil seiner Forschungsaktivitäten konzentrieren möchte, geführt. Es wäre dann die erste außeruniversitäre Forschungseinrichtung am Standort Lüneburg. Auch die Leuphana Universität kann sich vorstellen, an der Initiative mitzuwirken.

Von den Chancen, die in dieser Ansiedlung für das ganze Land liegen, ist auch Wolfgang Bülow, Vorstand der Bionic Production AG, überzeugt. Durch die Verzahnung von Forschung (Laser Zentrum Nord) und Wirtschaft (Bionic Production AG) entstünden neue Standards, Prozesse und Produkte, die maßgeblichen Einfluss auf die Zukunft der 3D-Technologie haben werden. Für Wirtschaftsbereiche wie z.B. Automotive, Aviation/Aerospace oder Medical seien durch die konsequente Nutzung der neuen Möglichkeiten Wettbewerbsvorteile zu erwarten.

Die Idee, den 3D-Druck zur Leuphana zu bringen, wurzelt in der Gemeinschaftsinitiative Smart Region, den die Süderelbe AG mit Förderung des Landes Niedersachsen entwickelt hat. Die Bionic Smart Factory wurde vom Institut für Laser- und Anlagensystemtechnik der TU Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. C. Emmelmann in ein umsetzungsreifes Konzept überführt. Die Ansiedlung der Bionic Production AG in Lüneburg wird seit dem Jahr 2015 aktiv durch die Süderelbe AG, das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg und die IHK Lüneburg-Wolfsburg begleitet.

Landesbeauftragte Jutta Schiecke freut sich über den Erfolg. Das ArL hat die Ansiedlung des innovativen Betriebs in Lüneburg von der anfänglichen Smart-Region- Idee im Rahmen der „Regionalen Handlungsstrategie (RHS)" über die Konkretisierung der Pläne in Gesprächen mit NBank, Wirtschaftsministerium, Leuphana Universität und anderen Akteuren begleitet und unterstützt. „Ich bin froh, dass wir mit unseren Kompetenzen zum Gelingen der Ansiedlung beitragen konnten", betont Schiecke. „Von der Kombination der 3D-Druck-Produktion in Lüneburg und den Forschungsaktivitäten der Leuphana wird die ganze Region profitieren". Dies sei ein hervorragendes Beispiel für die praktische Umsetzung der RHS.


Hintergrund:

Beim 3D-Druck handelt es sich um eine sog. „disruptive" Technologie, d.h. eine bestehende Technologie wird nicht weiterentwickelt im Sinne der Evolution, sondern es findet eine technologische Revolution statt: bisher nicht oder nur unter größten Aufwendungen zu produzierende Teile können mit Hilfe des 3D-Drucks hergestellt werden - und dies unter dem Gesichtspunkt bionischer Strukturen (der Natur nachempfundener Leichtbau) bei Erfüllung vorgegebener technischer Anforderungen. Außerdem ist 3D-Druck als Produktionsverfahren nachhaltig: einem geringeren Materialeinsatz stehen reduzierte CO2-Emissionen sowie reduzierte Energieverbräuche für die Fertigung gegenüber.

Von Sommer 2014 bis 2015 wurde mit den Landkreisen Stade, Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen sowie der Hansestadt Lüneburg im Projekt Smart Region ein Masterplan für die Süderelbe-Region entwickelt. Die Entwicklung des Masterplans Smart Region erfolgte im Kontext der Innovationsstrategie Niedersachsen (RIS3) und im Rahmen der Regionalen Handlungsstrategie für die Übergangsregion Lüneburg und mit finanzieller Förderung des Landes Niedersachsen. Das Ziel der Gemeinschaftsinitiative ist es Antworten auf Zukunftsfragen der Region zu finden. Das Projekt Bionic Smart Factory ist aus dem „Smart-Region-Prozess" entwickelt worden.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln