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Städtebauförderung erstmals für Stadt Rethem (Aller)

Landesbeauftragte Monika Scherf überreichte Aufnahmebescheid


„Den historischen Charakter erhalten und mit neuem Leben füllen, das sind die wichtigen Ziele im Zentrum von Rethem. Die Städtebauförderung bietet dafür genau die richtige Unterstützung“, freut sich Monika Scherf. Zum ersten Mal erhielt die Stadt Rethem (Aller) dafür den Aufnahmebescheid.

Dazu kam die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung am 29.10.2018 in die Stadt Rethem (Aller). Sie überreichte dort Bescheid zur Neuaufnahme in das Städtebauförderungsprogramm an den Bürgermeister Frank Leverenz sowie an den Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige.

Hintergrundinformationen:

Die Stadt Rethem (Aller) hatte sich 2017 um eine Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm des Landes beworben. Im August 2018 gab der für den Städtebau zuständige Umweltminister Olaf Ließ die Aufnahme in das Förderprogramm bekannt.

Nun war es soweit. Landesbeauftragte Monika Scherf überreichte den dazugehörenden Bescheid.

Die Neuaufnahme betrifft das als „Rethem-Zentrum“ bezeichnete, rd. 9,9 ha große Erneuerungsgebiet im historischen Stadtkern von Rethem.

Der Abgrenzungsvorschlag für das Fördergebiet umfasst den zentralen Versorgungsbereich entlang der Langen Straße als zentraler Achse und den nördlich davon gelegenen zentralen Stadtkern.

Die Stadt hatte in den vorbereitenden Untersuchungen dargelegt, dass eine Vielzahl an städtebaulichen Missständen – einem Begriff aus dem Baugesetzbuch - vorhanden sind, die eine Berücksichtigung im Förderungsprogramm rechtfertigen.

Auch der Augenschein bestätigt sofort, dass in der ältesten Stadt des Heidekreises bisher noch keine grundlegende städtebauliche Erneuerung stattgefunden hat. Der Sanierungsstau ist offensichtlich, sowohl im öffentlichen, wie auch im privaten Bereich.

Die Stadt hat doppeltes Glück: Aufgrund einer Sonderregelung für finanzschwache Kommunen wird der von der Stadt aufzubringende Eigenanteil von einem Drittel gesenkt auf ein Zehntel. Zu dem für das Programmjahr 2018 vorgesehenen Investitionsvolumen von 714.000 € muss sie nur einen Anteil von 71.400 € aufbringen. 90 Prozent tragen Bund und Land je zur Hälfte. Nur ein Achtel aller Fördermittel darf für diese erhöhte Förderung verwendet werden.

Die Neuaufnahme erfolgt in die Programmkomponente „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“. Dieses Programm hat die Stärkung der zentralen Versorgungsbereiche und den Abbau von Funktionsverlusten (insbesondere von Leerständen) zum Inhalt hat.

Der Abbau von Leerständen und die Wiederbelebung und Aufwertung des Stadtzentrums gehören zu den hauptsächlichen Zielen dieser städtebaulichen Erneuerung. Der erhebliche Investitionsstau in weiten Teilen der Rethemer Innenstadt soll vermindert und die mangelhafte Aufenthalts-, Erlebnis- und Gestaltungsqualität soll durch bauliche Maßnahmen verbessert werden.

Die drei Schwerpunktbereiche „Burghof“, „Ratskeller“ und „Amtshauptmann-Jordan-Platz“ sollen entwickelt und besser miteinander verknüpft werden. Die Rethemer Innenstadt ist von erhaltenswerten Fachwerk- und Ziegelgebäuden geprägt, von denen nicht wenige denkmalwürdig sind. Durch die Sanierung soll das vorhandene Potential einer attraktiven Kleinstadt mit historischer Prägung erschlossen und wiederbelebt werden. Dazu gehören die Schaffung attraktiver Straßen- und Platzräume, die Verbesserung der innerstädtischen Wohn- und Freiraumqualität sowie die barrierefreie Ausgestaltung baulicher und verkehrlicher Anlagen.

Die städtebaulichen Missstände wurden in den sogenannten „Vorbereitenden Untersuchungen“ (VU) festgestellt und dokumentiert. Die VU beinhalten auch bereits erste Vorschläge zur Beseitigung der Missstände. Diese Vorschläge müssen im weiteren Verlauf der Sanierung in einem städtebaulichen Rahmenplan und weitergehenden Planungen konkretisiert und verfeinert werden.

Übergeordnetes Ziel ist es, den Ortskern in seiner Rolle als zentraler Versorgungsbereich zu entwickeln und zu stärken. Im Rahmen der Sanierung wird es ferner möglich sein für die Modernisierung und Instandsetzung ortsbildprägender Gebäude Fördermittel einzusetzen.

Mit dem Aufnahmebescheid erhält die Gemeinde eine erste Fördermittelrate in Höhe von 642.600 €. Insgesamt ist das auf die Dauer von 12 Jahren angelegte Sanierungsverfahren mit Nettogesamtkosten von 5,715 Mio. € veranschlagt.


Städtebauliche Erneuerungsvorhaben werden im öffentlichen Interesse durchgeführt und aus Mitteln des Bundes und des Landes mit zwei Dritteln der zuwendungsfähigen Kosten unterstützt. Bund und Land tragen die Förderung je zur Hälfte. Das letzte Drittel zuwendungsfähiger Kosten muss die Gemeinde aus Eigenmitteln aufbringen. Ein Achtel der insgesamt zur Verfügung stehenden Fördermittel dürfen für eine auf 90 % erhöhte Förderung verwendet werden. Ob Rethem auch in den Folgejahren von der erhöhten Förderung profitieren kann, wird von Jahr zu Jahr entschieden; eine Garantie gibt es nicht. Die Förderung ist kraft Gesetzes beschränkt auf investive und investitionsvorbereitende Maßnahmen.


In den elf Landkreisen des Amtsbezirks des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg gibt es aktuell 60 städtebauliche Erneuerungsvorhaben. Landesweit sind es sogar mehr als 250 Verfahren. Einige stehen kurz vor dem Abschluss, andere haben gerade begonnen.

Im Programmjahr 2018 stellen Bund und Land gemeinsam für Niedersachsen neue Städtebaufördermittel in Höhe von 121,4 Mio. € zur Verfügung; im Jahr 2017 waren es 112 Mio. €.

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