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Von Elblichtern, Landzwergen und einer REDDER-Drohne

Tagung „Landlust – Impulse für den Ländlichen Raum“ in der Leuphana Universität Lüneburg


 

„Es geht um die Zukunft des Arbeitens, Lebens und Lernens im ländlichen Raum und um Projekte, die Entwicklungen gestalten können“, damit begrüßte Landesbeauftragte Monika Scherf die Teilnehmer der Tagung am 6. November in der Leuphana Universität Lüneburg.

Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg hatte die Tagung zusammen mit der Leuphana Universität Lüneburg im Hörsaal auf dem Campus Volgershall organisiert.

Zahlreiche Projektideen, Anregungen zur Innovationsförderung und Unterstützungsmöglichkeiten von Initiativen wurden von Experten präsentiert.

Im Zentrum standen dabei die Ergebnisse des studentischen Ideenwettbewerbs aus dem Sommersemester 2018 und das Angebot der Lüneburger Leuphana Universität, im laufenden Wintersemester zusammen mit interessierten Kommunen, Organisationen oder Vereinen aus der Region Lüneburg erste Schritte zur Projektdurchführung zu erarbeiten.

Impulse:

1. Ein Coworking Space und BusinessCenter schafft für Startups und Einzelgründer durch Beratung, Netzwerkangebote und geeignete Räumlichkeiten ein gutes Innovationsklima. Die Mietkonzepte sind an Bedarfe junger Firmen angepasst, themenspezifische Informations- und Netzwerkveranstaltungen unterstützen die Innovationszyklen. Eine Standortanalyse sollte den Bedarf nach Art und Umfang des Angebots der lokalen Akteure erheben.

2. Viele Initiativen von Wohn-, Kultur-, Nachbarschafts- und Sozialprojekten sind heute schon in Form von Genossenschaften organisiert. Gegenüber Vereinen gibt es Vorteile in Bezug auf den Haftungsschutz der Mitglieder, daher sind Genossenschaften ein geeignetes Organisationsmodell für Initiativen mit (sozial-)wirtschaftlicher Betätigung. Kosten der Gründung werden gefördert, siehe folgender Link.

3. Das Social Innovation Center Hannover ist auch für künftige Social Entrepreneure aus der Region Lüneburg als Inkubator nutzbar. Die Gründung von Sozialunternehmen, Sozialinnovationen aus der Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft werden methodisch bei der Entwicklung ihrer Geschäftsideen unterstützt.

Der studentische Ideenwettbewerb „Landlust“ hat eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Projektideen hervorgebracht, von denen sich einige bereits andernorts bewährt haben. REDDER, Landwärts, Landzwerge, Elblichter, Drohnenparc oder der Rollatorpark sind nur eine kleine Auswahl daraus (im Downloadbereich finden Sie die vollständige Liste mit Kurzbeschreibungen der Projekte). Das ArL Lüneburg unterstützt alle Kommunen und Organisationen bei der Umsetzung innovativer Lösungsansätze im ländlichen Raum.

 
Landesbeauftragte Monika Scherf

In ihren einleitenden Worten ging Monika Scherf auf die Notwendigkeit von Innovationen auch für den ländlichen Raum ein: „Deutschland ist eines der Top-Innovationsländer. Innovationen beschränken sich aber schon lange nicht mehr nur auf die Erfindung von Produkten und Produktionsprozessen. Viele Neuerungen gestalten auch den Wandel des Lebens und Arbeitens in ländlichen Regionen.“

Wertvolle Impulse geben die studentischen Beiträge aus dem Wettbewerb Landlust des letzten Sommersemesters. Die besten Projektideen rund um Daseinsvorsorge, Arbeiten und Lebensqualität auf dem Lande wurden den Teilnehmern der Veranstaltung vorgeführt.

Monika Scherf ging noch einmal auf die Fragen ein, die am 9. April 2018 über 200 Masterstudierenden der Leuphana Universität Lüneburg im Rahmen des Wettbewerbs gestellt wurden: „Wie lassen sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen in Kommunen verbessern? Was können wir gegen die zunehmende Abwanderung unternehmen? Wie schaffe ich zusätzliche Freizeitangebote und erhöhe die Wertschöpfung in meiner Region? Oder allgemeiner gesprochen: Wie lassen sich neue Impulse für nachhaltige Regionalentwicklung ländlicher Räume setzen?“

Das Ergebnis überzeugt. Von den 57 Projektideen zu sehr unterschiedlichen Themen ist die Mehrheit nach Einschätzung der achtköpfigen Jury tatsächlich geeignet, Impulse für die Region Lüneburg zu setzen.

„Ein gutes Drittel der Projektideen ist so gut, dass wir Ihnen diese nicht vorenthalten wollten“ so Monika Scherf. „Mein Wunsch ist es, dass Sie heute alle mindestens ein Projekt kennenlernen, dass zu Ihrer Kommune, Ihrer Region oder Ihrer Organisation passt und eine Vorstellung davon erhalten, wie aus der Idee ein umsetzbarer Projektplan wird.“

Vorgestellt wurden im Rahmen der Tagung neben den Ideen der Studierenden auch andere innovative und übertragbare Vorhaben.

Dazu begrüßte Landesbeauftragte Monika Scherf

Kerstin Helm aus dem ISI-Zentrum für Gründung Business und Innovation aus Buchholz in der Nordheide. Sie berichtete von den Aktivitäten des Zentrums, das sich als Innovationstreiber im Landkreis Harburg versteht.

Dr. Oliver Brandt der das Social Innovation Center Hannover als Inkubator für soziale Unternehmen vorstellte.

Thomas Knocks vom Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V., der über die Möglichkeiten und den Aufbau einer (Sozial-)Genossenschaft berichtete, eine inzwischen etablierte Trägerstruktur für kooperatives Wirtschaften.

Wiebke Krohn und Anna Low von den Stellen für Soziale Innovation, die die Fördermöglichkeiten der Niedersächsischen Richtlinie „Soziale Innovation“ erläuterten.

Illustriert wurden die Vorträge durch ausgewählte Projekte, die Dr. Jens Schmidt und Studierende der Leuphana Universität Lüneburg vorstellen.

 
Kerstin Helm
 
Wiebke Krohn
 
Anna Low
 
Dr. Oliver Brandt
 
Thomas Knocks
 
Dr. Stefan Löb

Den Auftakt der Referate mache Dr. Stefan Löb aus dem Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und regionale Entwicklung.

Er hatte durch die Förderung des Ministeriums den studentischen Wettbewerb im Sommersemester überhaupt erst möglich gemacht.

Jetzt beleuchtete er das Thema Innovation, fragte „Warum rufen wir ständig nach Innovationen?“ und setzte sich mit den Bremsern von Innovation auseinander.

 
Dr. Jens Schmidt

Dr. Schmidt ging auf die Bedeutung des Wettbewerbs für die Studierenden an der Leuphana Universität Lüneburg ein: "Unsere studentischen Ideenwettbewerbe sollen die Studierenden mit den Innovationsanforderungen der Praxis vertraut machen. Gleichzeitig nutzen wir das breite kreative Potential der Studierenden um für unsere Partner sehr unterschiedliche und ungewöhnliche Innovationsideen zu entwickeln und umsetzungsorientiert zu präsentieren."

Bei mehr als 50 ausgearbeiteten Innovationsideen zum Thema "Landlust" könne eigentlich jede Region ein paar Anregungen finden, so Dr. Schmidt, über die sich ein weiteres Nachdenken vor Ort lohne. Im Rahmen des Nachfolgeprojektes "Landlust umsetzen" stellen Studierende die im Sommersemester entwickelten Innovationsideen noch einmal in einem breiteren Rahmen vor.

„Darüber hinaus bieten sie sich an, in ausgewählten Kommunen einen möglichen Diskusionsprozess zur Umsetzung einzelner Ideen vor Ort zu unterstützen."

Auch das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg berät interessierte Akteure gerne.

 
 
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