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Das ArL Lüneburg berichtet von der Grünen Woche 2017 in Berlin

Gold-Dorf Otersen war mit der Solarfähre und dem Dorfladen auf dem Landesstand in der Niedersachsenhalle


 
Sie präsentierten Otersen auf der Grünen Woche: v.l.n.r. Jens Leska als Nachtwächter, Sven Priemke, Ortsvorsteher Dieter Bergstedt, Günter Lühning, Brigitte und Erwin Thom, Hartmut Dallmann zusammen mit Dezernatsleiterin Annika Wangerin vom ArL LG

Jens Leska marschierte mit seiner Hellebarde auf den Eingang der Halle 21 zu und wurde erst einmal angehalten. Auch als Nachtwächter kam man in diesem Jahr nicht unkontrolliert auf die Grüne Woche in Berlin.

„Dorf.Leben.Schätze - Landerlebnis Niedersachsen" so lautet das diesjährige Thema des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in der Halle 20 der Niedersachsenhalle auf dem Gelände der IGW 2017. Auf Einladung des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg (ArL) war Otersen am Messedonnerstag auf dem Gemeinschaftsstand des Landes zu Gast.

„Wir haben mit dem Gold-Dorf Otersen ein wirklich tolles Projekt nach Berlin bekommen", freute sich Dezernatsleiterin Annika Wangerin vom ArL. Otersen war 2007 Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft". Auf dem Messestand präsentierten sie die Solarfähre und den Dorfladen, zwei Projekte mit überregionaler Ausstrahlung. „Beide sind Leuchtturmprojekte mit denen das Leben in ländlichen Regionen mit Förderung aus Mitteln der Europäischen Union, des Bundes und des Landes sichergestellt wird."

„Wir sind stolz, in Berlin dabei zu sein." Günter Lühning hatte nicht lange überlegt, als aus Lüneburg die Anfrage kam, ob Otersen mit dabei ist. Mit sieben Aktiven waren sie angereist, fielen in ihrer Finkenwerder Fischerhemden sofort auf. „Die Fähre konnten wir leider nicht mitbringen", erzählte er. „So haben wir uns entschieden, den Besuchern das Binden von Seemannsknoten beizubringen und sie mit schönen Preisen ans Glücksrad zu locken. Ortsvorsteher Dieter Bergstedt, Erwin Thom, Hartmut Dallmann und Sven Priemke waren als Fährmänner mit dabei. Gemeinsam mit 21 weiteren Ehrenamtlichen habe sie das Binnenschifferpatent erworben und sorgen in der Saison für einen nahtlosen Fährbetrieb. Insgesamt sind in Otersen 70 aktive Fährschiffer zwischen 17 und 70 Jahren dabei. In Otersen überquert die einzige niedersächsische Solarfähre die Aller. Ein aus heutiger Sicht innovatives Projekt bei dem bereits 1997 auf die Ökologie geachtet wurde. Der ökologische Gedanke spielt heute bei den Zielen der Niedersächsischen Landesregierung eine zentrale Rolle. Davon überzeugte sich auch der Agrarausschuss des Niedersächsischen Landtags, der in voller Besetzung zu Besuch kam und Andreas Mattfeldt, Bundestagsabgeordneter für den Landkreis Osterholz und den Landkreis Verden.

Neben der Solarfähre war der Dorfladen das zweite Projekt auf dem Stand. „Mister Dorfladen" Günter Lühning, Vorsitzender des Dorfladenvereins, musste immer wieder erklären, wie der Dorfladen seine Anfänge nahm und heute nicht mehr aus dem Ort wegzudenken ist. Er ist auch Vorsitzender der 2016 auf der Grünen Woche gegründeten Bundesvereinigung multifunktionaler Dorfläden. Die Grüne Woche ist für ihn eine hervorragende Plattform das Netzwerk der Dorfläden weiter zu entwickeln.


IGW  
Dezernatsleiterin Annika Wangerin im Gespräch mit Günter Lühning

„Dorfläden sind für ländliche Regionen sehr wichtig um die Nahversorgung sicherzustellen. Es ist aber schwierig, neue Projekte umzusetzen", weiß Annika Wangerin, die das Dezernat Strukturförderung ländlicher Raum im ArL Lüneburg leitet. „Aktive, wie Günter Lühning sind da unverzichtbar um den Gedanken weiterzutragen und Tipps zur Umsetzung zu geben."

„Wir haben gelernt, dass wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen", betonte Günter Lühning. Von 1990 bis 1999 waren wir mit Otersen in der Dorferneuerung und haben in der Zeit viel gelernt. Die Bürgerinnen und Bürger von Otersen machen mit. Das zeigt sich nicht nur im Fähr- und Heimatverein mit 150 Mitgliedern. Ideen lassen sich in vielen Fällen aber nur durch Förderung verwirklichen. „Deswegen möchten wir gemeinsam mit der Region Böhme bis Wittloh in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes aufgenommen werden. „Neues Leben in alten Mauern ist entscheidend für unsere Zukunft. „ Gebraucht würden mehr Innenentwicklung, seniorengerechte, barrierefreie Wohnungen und Wohnraum für Singles. Der Umbau von Hofgebäuden und Scheunen wäre dazu eine gute Lösung. Mit der Förderrichtlinie des Landes für den ländlichen Raum lassen sich diese Projekte hervorragend umsetzen.

IGW  
Günter Lühning im Gespräch mit Umweltminister Stefan Wenzel

Zu den vielen Besuchern auf dem Stand gehörte auch Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel.

Neben Otersen sind aus der Region Lüneburg noch das Gesundheitszentrum Ottersberg, die Dorfentwicklung Oerel und die Neue Landschaft Worpswede vertreten sein. Die vier niedersächsischen Ämter für regionale Landesentwicklung präsentieren 14 Projekte, die für die Vielfalt der Förderung und die Kreativität der Landentwicklung in Niedersachsen stehen. Auf dem Gemeinschaftsstand sind sie stellvertretend für viele gute Beispiele im ganzen Land vertreten. Eindrucksvoll zeigen sie wie im Miteinander von Bürgerengagement und staatlicher Unterstützung das Leben auf dem Lande gelingen kann. Gemeinsam stehen sie auch für das Ziel der neuen regionalisierten Strukturpolitik der niedersächsischen Landesregierung, in allen Regionen des Landes gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen. Durch landeseigene- wie EU-Förderprogramme werden Projekte gefördert, die die jeweiligen Regionen unterstützen, die identifizierten Schwächen zu beheben.


Artikel-Informationen

26.01.2017

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