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Neue Brücke und Wirtschaftswegenetz sollen Landwirtschaft stärken

Amt für regionale Landesentwicklung leitet Flurbereinigungsverfahren in Schnackenburg ein


Bildrechte: ArL Lüneburg

Eine gesperrte Brücke und für jede Fahrt ein Umweg von 14 Kilometer mit dem Trecker: Noch haben Landwirte in und um Schnackenburg schwierige Bedingungen. Das soll sich nun mit der Einleitung eines Flurbereinigungsverfahrens ändern. Am Mittwoch überreichte Dr. André Riesner vom zuständigen Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg den Einleitungsbeschluss für das Verfahren an Bürgermeisterin Irene Brade und Samtgemeindebürgermeister Christian Järnecke.

Bei den sogenannten Flurbereinigungsverfahren, die das Amt für regionale Landesentwicklung mit Fördermitteln von EU, Bund und Land durchführt, geht es neben Verbesserungen der Infrastruktur und des ländlichen Wegenetzes auch um mögliche Flächentausche und ökologische Maßnahmen. „Wir vermitteln zwischen den Eigentümern, um die Bedingungen für alle Grundstückseigentümer und Nutzer zu verbessern“, erklärt Dr. André Riesner die Arbeit seines 30-köpfigen Teams in Lüneburg, das die Werte der Flächen ermittelt und alle Baumaßnahmen selbst plant und durchführt.

Der Einleitung dieses Flurbereinigungsverfahrens ging ein mehrjähriger Vorbereitungsprozess voraus. Bereits seit 2017 richtete das ArL Lüneburg anlässlich der Baufälligkeit der Hermann-Ahrens-Brücke gemeinsam mit der Stadt Schnackenburg ein „Forum Landentwicklung“ ein, in dem Lösungen für die Erreichbarkeit des Aland-Werders entwickelt wurden. Diese Lösungsideen wurden in der Folge in einem örtlichen Arbeitskreis vertieft und zu konkreten Maßnahmen weiterentwickelt, die nun im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens realisiert werden sollen.

Für das nun eingeleitete Flurbereinigungsverfahren sind derzeit Maßnahmen im Wert von 2,95 Millionen Euro geplant. 75 Prozent davon werden von Land, Bund und EU gefördert. m Fokus stehen mehr als 1200 Hektar, darunter landwirtschaftlich genutztes Gebiet des Aland-Werders sowie die Flurlagen „Panker und Papenbusch“, in denen es Landnutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft und Arten- und Gewässerschutz gibt. Das Flurbereinigungsverfahren ist auf einige Jahre angelegt und verfolgt folgende Ziele:

  • Neuordnung und Zusammenlegung von zersplittertem Grundbesitz unter
    Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten sowie vorhandener Eigentums- und
    Topografiestrukturen,
  • die Erneuerung der „Hermann-Ahrens-Brücke“ im Zuge der Schaffung eines am heutigen Bedarfes ausgerichteten leistungsstarken Wirtschaftswegenetzes durch naturschonenden und umweltverträglichen Ausbau auf vorhandenen Trassen,
  • die Schaffung von Wegerand- und Gewässerrandstreifen sowie die Schaffung von
    zusammenhängenden Grünlandbereichen, die Ausweitung von Feuchtbiotopen und
    Maßnahmen zum Wiesenvogelschutz zur Aufwertung und Verbesserung des ökologischen Potentials,
  • die Auflösung von Konflikten zwischen wechselseitig störenden Nutzungen der Landwirtschaft und des Naturschutzes und Sicherstellung einer konfliktfreien Neuordnung der Grundstücksnutzung durch Bodenmanagement,
  • Ortsregulierungen mit dem Ziel die Ortslagenflurstücke in ihrem Zuschnitt und damit in ihrer Nutzung zu verbessern sowie die rechtlichen Verhältnisse, insbesondere Grunddienstbarkeiten, Geh- und Fahrrechte soweit erforderlich neu zu ordnen und festzusetzen,
  • die Neuvermessung und anschließende Übernahme der Ergebnisse der Flurbereinigung in das Liegenschaftskataster zum Zwecke der Fortschreibung und Erneuerung des Liegenschaftskatasters.

Bescheidübergabe auf der Brücke   Bildrechte: ArL Lüneburg
Dr. André Riesner und Matthias Kriks vom zuständigen Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg überreichten den Einleitungsbeschluss für das Verfahren an Bürgermeisterin Irene Brade und Samtgemeindebürgermeister Christian Järnecke. (r.)
Ansprechpartner Dezernat 4

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Artikel-Informationen

erstellt am:
23.06.2021
zuletzt aktualisiert am:
29.06.2021

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