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Neue Impulse für die Wirtschaft im ländlichen Raum

Landesbeauftragte Jutta Schiecke unterzeichnet Partnerschaftserklärung mit Behörden aus ganz Europa


Rumore
Landesbeauftragte Jutta Schiecke unterzeichnet Partnerschaftserklärung. Mit dabei die Interreg-Bearbeiter im ArL Lüneburg v.l. Dr. Henry Arends, Insa Schwob und Stefani Thomas

Am 12. Januar 2017 hat Jutta Schiecke die Partnerschaftserklärung für das europäische Projekt RUMORE unterschrieben. „Wir engagieren uns als Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg mit dem Projekt künftig auch international für den Wissensaustausch zwischen Stadt und Land", betont die Landesbeauftragte. RUMORE steht für „Rural-Urban Partnerships Motivating Regional Economies"; frei übersetzt: Stadt Land Partnerschaften für die Regionale Wirtschaft. Ziel ist es, die Wirtschaft im ländlichen Raum durch eine umfassendere Einbeziehung in Innovationsprozesse zu stärken.

Für das Projekt sind Behörden und Regionalentwicklungsagenturen aus Bulgarien, Griechenland, Italien, den Niederlanden und Deutschland eine enge Partnerschaft eingegangen. Innovationskapazitäten aus städtischen Ballungsräumen sollen ländlichen Räumen besser zugänglich gemacht werden. Unter Leitung der Hafencity Universität Hamburg werden die Projektpartner Maßnahmen entwickeln und durchführen, die den Wissenstransfer fördern. Jutta Schiecke: „Durch den internationalen Erfahrungsaustausch sollen auch Ideen für innovative Lösungen entwickelt werden".

Das ArL Lüneburg arbeitet für das Projekt eng mit Wirtschaftsförderern und anderen Organisationen in der Region Lüneburg zusammen, wie z.B. der „Arbeitsgemeinschaft Technologie- und Innovationsförderung Elbe-Weser Region" (ARTIE). In einer Arbeitsgruppe können regionale Akteure mitarbeiten. Für April 2017 ist ein Treffen mit allen internationalen Partnern in Hamburg geplant. Zuständige Projektmanagerin im ArL Lüneburg ist Insa Schwob. Sie hat europäische Politik- und Wirtschaftswissenschaften studiert und wird die Umsetzung des Projektes in der Region Lüneburg koordinieren.

Die inhaltliche Ausrichtung des Projektes knüpft an die in der Regionalen Handlungsstrategie festgelegten Arbeitsschwerpunkte des ArL und an die Erfahrungen aus dem Smart Region Projekt an. Jutta Schiecke ist auch deshalb überzeugt, dass das Projekt RUMORE für die Region einen hohen Mehrwert generieren wird.

Hintergrundinformationen

Was ist Interreg?

Interreg steht für „Europäische Territoriale Zusammenarbeit". Für die Staaten und Regionen in Europa ist es immer wichtiger, über die Grenzen hinaus zu agieren und gemeinsame Projekte auf der dafür geeigneten territorialen Ebene umzusetzen. Dies wird durch das Interreg Programm gefördert. Innerhalb des Interreg Programms gibt es mehrere Programmgebiete.

Das Interreg Programm stellt zwar einen kleinen Baustein in der Strukturförderung dar, liefert jedoch durch die Ausrichtung auf die Förderung von kooperativen Projekten in der Stadt- und Regionalentwicklung wichtige Beiträge für den europäischen Austausch und eine abgestimmte Kohäsionspolitik.

Der Amtsbezirk des ArL Lüneburg gehört sowohl zum Programmgebiet Interreg V B Nordsee und Ostsee als auch Interreg Europe und hat dadurch unter den Ämtern für regionale Landesentwicklung ein Alleinstellungsmerkmal.

Das Programmvolumen für den Nordseeraum für 2014 - 2020 liegt bei insgesamt 328,7 Mio. € während für den Ostseeraum 323 Mio. € zur Verfügung stehen. Dem Programmraum Ostsee gehört für Niedersachsen nur der Amtsbezirk Lüneburg an.

Derzeit befinden sich im Amtsbezirk Lüneburg 16 Projekte in der Bewilligungsphase oder bereits in der Umsetzung. Das Finanzvolumen dafür beläuft sich auf insgesamt mehr als 49 Millionen Euro, bei einer Fördersumme von knapp 30 Millionen Euro.

Die Projekte befassen sich u. a. mit Mobilität im ländlichen Raum, Energieeffizienz, Bildung, Bioenergie oder auch militärischen Altlasten.

Das ArL Lüneburg überprüft die Bewertungen der Sekretariate für Anträge im Nord- und Ostseeraum und ist durch einen Vertreter in den zugehörigen Deutschen Ausschüssen mit Stimmrecht vertreten.

Darüber hinaus unterstützt das ArL potentielle Antragsteller durch Beratung und Unterstützung in der Partnersuche.

Zudem ist das ArL Lüneburg seit Anfang dieses Jahres selbst als Partner an dem Interreg Europe-Projekt RUMORE beteiligt.

Arbeit des ArL Lüneburg im Bereich Innovation

Das Handlungsfeld Innovation nimmt in der Regionalen Handlungsstrategie (RHS) für die Region Lüneburg einen herausgehobenen Raum und eine besondere Priorität ein.

Das ArL Lüneburg unterstützt deshalb bereits seit Längeren Projekte des Wissens- und Technologietransfers, in denen Beratungen für konkrete Bedarfe und Unterstützung für Betriebe organisiert werden.

Die unternehmensspezifische Umsetzung der RHS im Bereich des Technologietransfers erfolgt in 10 der 11 Landkreise im Amtsbezirk durch das Projekt „Technologietransfer des Kooperationsverbundes ARTIE". Das Modell gilt in Niedersachsen und in Europa als Erfolgsmodell. Gleichwohl war die Fortsetzung aufgrund des massiven Mittelrückganges der EU-Förderung lange Zeit gefährdet. Nach gemeinsamen Anstrengungen aller Akteure konnte der Bewilligungsbescheid im Dezember 2015 erteilt werden. Die Beratung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird vom Transferzentrum Elbe-Weser vorgenommen. Das ArL Lüneburg ist Mitglied im Beirat und nimmt an Arbeitstreffen der ARTIE teil.

Für einen weiteren Landkreis im Amtsbezirk wird die Beratung durch das Netzwerk Produktion+ sichergestellt.

In einer Gemeinschaftsinitiative der Süderelbe-Region mit den Landkreisen Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen sowie mit der Hansestadt Lüneburg wurde gemeinsam mit Unternehmen und Hochschulen ein teilräumlicher Masterplan zur Regionalentwicklung erarbeitet. Hieraus wurden verschiedene „Leitprojekte" herauskristallisiert, die wesentliche Innovationen für den Amtsbezirk verfolgen. Diese Projektideen werden in enger Zusammenarbeit mit dem ArL nun in die Realisierung überführt.

Durch die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Neue Materialien soll dazu beigetragen werden, dass insbes. Carbon-Faser verstärkte Kunststoffe (CFK) in KMU Anwendung finden.

Mit einem Kooperations- und Innovationszentrum für Verpackung soll auf die steigenden Anforderungen an Lebensmittelverpackungen reagiert werden (z. B. nachhaltige Verpackungsmaterialien, Qualitätsmanagement, Rückstandsanalytik). Prozess- und Produktinnovationen gehen damit einher.
Zur Verbesserung des Grundwasserschutzes und der Kenntnisse um pflanzengerechte Bewässerung(smethoden) wird der Aufbau eines int. Bewässerungsinstituts -angebunden an der Ostfalia Hochschule in Suderburg - vorangetrieben. Als erster Schritt wird in diesem Jahr die sensorgesteuerte Beregnung von Feldfrüchten erprobt.

Weiter bemüht sich das ArL um die Ansiedlung einer 3 D-Druck Firma im Bereich Lüneburg, die neue bionische Konstruktionsmethoden nutzen will.

Im Bereich der Gesundheit/Gesundheitswirtschaft sollen durch innovative Vernetzungs- und Kooperationsmethoden unter Nutzung / Entwicklung digitaler Kommunikations- und Dienstleistungsmodelle (E-Health, Vernetzung) eine bessere, effizientere Versorgungssituation in der Psychiatrie für Kinder und Jugendliche insbesondere in ländlichen Gebieten hergestellt werden.

Das „CFK Valley" in Stade ist ein bestehendes Cluster und Netzwerk. CFK Valley e.V. und die dazugehörigen Firmen haben als weltweit bedeutendes Kompetenznetzwerk eine große Bedeutung für den Raum Stade und das Airbuswerk. Das CFK Valley hat positive Auswirkungen für die Region und verfügt über „Strahlkraft" in die Region. Das ArL unterstützt vielfältig z.B. durch Förderung von Verbundvorhaben von Hochschulen und Wirtschaft im Bereich der Verarbeitung von CFK-Fasern durch die Leibniz Universität, die TU Braunschweig und Clausthal.

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