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Regionaltagung in Lüneburg zur Fachkräftesicherung in der Pflege

Niedersachsens Sozialstaatssekretär Jörg Röhmann: „Die Fachkräftesicherung in der Pflege gelingt nur, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.“


Schiecke
Landesbeauftragte Jutta Schiecke und Sozialstaatssekretär Jörg Röhmann
Bildrechte: STEMI

Pressemitteilung Nr. 14/2017

Gemeinsame Pressemitteilung
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg

Zur Regionaltagung „Fachkräftesicherung in der Pflege" trafen sich am 30. März über 130 Experten aus der Region Lüneburg im Kurhaus Bad Bevensen.

Sie kamen aus sozialen Diensten, Wohn- und Pflegeeinrichtungen, Behörden und geförderten Projekten zur sozialen Innovation.

Einen Tag lang diskutierten die Teilnehmer über Möglichkeiten, Pflegefachkräfte zu gewinnen und zu qualifizieren. In einem zweiten Workshop wurden Themen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement behandelt. Dritter Aspekt waren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie neue Arbeitszeitmodelle.

In seinem Impulsvortrag stellte Sozialstaatssekretär Jörg Röhmann die Frage: „Wie können wir zur Fachkräftesicherung in der Pflege beitragen?" Er machte deutlich, dass dieses nur gelingt, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Landesbeauftragte Jutta Schiecke begrüßte mit den Worten: „Von den 1,7 Mio. Menschen, die in der Region Lüneburg leben, sind rund 68.000 Menschen derzeit pflegebedürftig. Tendenz: stark steigend. Deshalb brauchen wir gerade auch auf dem Land gute Pflege, gut qualifiziertes und gut bezahltes Pflegepersonal!"

Die Pflege steht in einem Flächenland wie Niedersachsen mit seinen unterschiedlichen regionalen Besonderheiten vor besonderen Herausforderungen. Gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte sind in personalintensiven Unternehmen der wesentliche Erfolgsfaktor für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Für den Pflegebereich gilt das in besonderem Maße. Denn eine qualitativ hochwertige pflegerische Versorgung ist ohne fachlich und menschlich kompetente Pflegefachkräfte nicht möglich.

Zugleich wird die Gesellschaft immer älter und immer mehr ältere Menschen werden auf eine professionelle Pflege angewiesen sein. Dennoch gibt es in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Nachwuchssorgen, Fachkräfte fehlen. „Dem steuert die Landesregierung mit entschiedenen Schritten und viel Geld entgegen", sagte Niedersachsens Sozialstaatssekretär Jörg Röhmann anlässlich der Regionaltagung ‚Fachkräftesicherung in der Pflege' in Lüneburg, die gemeinsam mit dem Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg durchgeführt wurde.

Ziel der Tagung war es, für das Thema zu sensibilisieren, Praxisbeispiele aufzuzeigen sowie die Vernetzung und Kooperation vor Ort zu fördern. Dort, wo das Land unterstützen kann, wurden bereits wichtige Weichen gestellt, unterstrich der Staatssekretär: „Wir haben beispielsweise gesetzlich abgesichert, dass Azubis in der Altenpflege vom Schulgeld befreit sind. Das Land setzt hierfür Fördergelder in Höhe von aktuell 7,75 Mio. Euro ein. Wir unterstützen außerdem die Arbeits- und Rahmenbedingungen der ambulanten Pflege auf dem Land mit jährlich 6,3 Millionen Euro."

Die Pflege braucht professionelle Fachkräfte - und die müssen langfristig im Beruf gehalten werden. „Hier sind die Selbstverwaltung und die Tarifvertragspartner gefragt. Die Fachkräftesicherung in der Pflege gelingt nur, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen", betonte Röhmann. Deshalb begrüße er die ‚Gemeinsame Erklärung zum Einkommen der Pflegekräfte', die die AOK Niedersachsen, die vdek-Landesvertretung Niedersachsen und das Land Niedersachsen am 17.12.2015 unterzeichnet haben. Darin haben sich die beiden größten Kassenverbände in Niedersachsen verpflichtet, die tarifvertraglichen Bindungen bei den Vergütungsverhandlungen für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen zu berücksichtigen. Eine solche Vereinbarung haben auch die Kommunalen Spitzenverbände und das Land Niedersachsen unterzeichnet. „Davon verspreche ich mir entsprechende Impulse, die Bezahlung von Beschäftigten in der Altenpflege nach Tarifverträgen auszuweiten", so Röhmann.

In der Region Lüneburg gibt es 417 Pflegeheime, 251 ambulante Pflegedienste, 39 Krankenhäuser und 14 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen. In den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in der Region sind ca. 25.000 Personen beschäftigt.

Landesbeauftragte Jutta Schiecke machte zum Schluss noch einmal deutlich: „Wir sind alle dafür verantwortlich, dass wir den nachfolgenden Generationen ein gut bestelltes Feld übergeben, indem wir Antworten auf die Fragen finden. Wir sind heute dafür verantwortlich, die Weichen für morgen so zu stellen, dass wir selbst gut und gerne alt werden und den wohlverdienten Ruhestand genießen können."

Die Veranstaltung habe deutlich gemacht, so die Landesbeauftragte, welche Schritte für die Fachkräftesicherung in der Pflege erforderlich seien. Niedersachsen sei dazu auf dem richtigen Weg.

Weitere Informationen zur Veranstaltung unter

Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

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