Niedersachen klar Logo

Städtebauförderung für das Herz von Bardowick

Aufnahmebescheid für die Städtebauförderung in der Programmkomponente „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“.


„Die Städtebauförderung trifft den Flecken Bardowick Mitten ins Herz“, freut sich Landesbeauftragte Monika Scherf.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr erhält Bardowick einen Aufnahmebescheid. Die Förderung erfolgt aus der Programmkomponente „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“. Insgesamt ist das auf 10 Jahre angelegte Sanierungsverfahren mit Nettogesamtkosten von 4,34 Mio. € veranschlagt.

Hintergrundinformationen:

Die Neuaufnahme betrifft das als „Altdorf Nord-West“ bezeichnete, rd. 22 ha große Erneuerungsgebiet im Herzen von Bardowick.

Der Flecken Bardowick hatte sich 2017 um eine Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm des Landes beworben. Der Abgrenzungsvorschlag umfasst die zentralen Versorgungsbereiche rund um die Pieperstraße und die Große Straße und bezieht auch das Umfeld des Domes, den Bereich „Am Markt“ und den Festplatz „Hinter der Worth“ mit ein.

Der Flecken hat in umfangreichen Untersuchungen dargelegt, dass genügend städtebauliche Missstände – einem Begriff aus dem Baugesetzbuch - vorhanden sind, die eine Berücksichtigung im Förderungsprogramm rechtfertigen.

Die Programmkomponente „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ hat die Stärkung der zentralen Versorgungsbereiche und den Abbau von Funktionsverlusten zum Inhalt. Die historisch bedingte räumliche Weitläufigkeit des Ortskernes erschwert eine Vernetzung der zentralen Bereiche. Die traditionell verankerten Schwerpunktbereiche sollen durch bauliche Maßnahmen - Fuß- und Radwege sowie Sichtbeziehungen - enger miteinander verbunden werden. Verbesserungen sind auch bei den zerstreut verteilten Stellplatzanlagen vorgesehen. Ferner sollen Leerstände beseitigt und die Aufenthaltsqualität verbessert werden, u.a. auch durch Aufwertung der vorhandenen Grünanlagen.

Der Flecken strebt zudem an, die in der Großen Straße leerstehende desolate Einzelhandelsruine zu beseitigen und das Gelände neu zu nutzen. Als städtebaulicher Missstand ist ebenfalls die seit längerer Zeit geschlossene Domschänke eingestuft. Im Rahmen der Sanierung wird es ferner möglich sein, für die Modernisierung und Instandsetzung ortsbildprägender Gebäude Fördermittel einzusetzen.

Mit dem Aufnahmebescheid erhält der Flecken eine erste Fördermittelrate in Höhe von 340.000 €. Insgesamt ist das auf 10 Jahre angelegte Sanierungsverfahren mit Nettogesamtkosten von 4,34 Mio. € veranschlagt. Zwei Drittel der Kosten sollen durch Fördermittel von Bund und Land aufgebracht werden.

Fast 10 Jahre Städtebauförderung in Bardowick

Für den Flecken Bardowick ist es die zweite städtebauliche Erneuerungsmaßnahme. 2009 wurde der Flecken mit der Gesamtmaßnahme „St. Nikolaihof“ in das Förderungsprogramm in der Programmkomponente „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufgenommen. Ziel ist hier die denkmalgerechte Sanierung und Erhaltung dieses historisch sehr bedeutsamen Ensembles. Diese Erneuerungsmaßnahme ist bereits weit fortgeschritten. Inzwischen konnte die Samtgemeindebücherei in die sog. Männerhäuser einziehen.

Neben der Städtebauförderung erhält Bardowick eine Förderung über 1 Mio. € aus dem Förderprogramm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“. Landesbeauftragte Monika Scherf hatte am 14. September den Aufnahmebescheid überreicht. Der Investitionspakt knüpft an die Systematik der Städtebauförderung an.

Städtebauliche Erneuerungsvorhaben werden im öffentlichen Interesse durchgeführt und aus Mitteln des Bundes und des Landes mit zwei Dritteln der zuwendungsfähigen Kosten unterstützt. Bund und Land tragen die Förderung je zur Hälfte. Das letzte Drittel zuwendungsfähiger Kosten muss die Gemeinde aus Eigenmitteln aufbringen. Die Förderung ist kraft Gesetzes beschränkt auf investive und investitionsvorbereitende Maßnahmen.

In den elf Landkreisen des Amtsbezirks des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg gibt es aktuell 60 städtebauliche Erneuerungsvorhaben. Landesweit sind es mehr als 250 Verfahren. Einige stehen kurz vor dem Abschluss, andere haben gerade begonnen. Im Programmjahr 2018 stellen Bund und Land gemeinsam für Niedersachsen neue Städtebaufördermittel in Höhe von 121,4 Mio. € zur Verfügung. 2017 waren es 112 Mio. €.

Artikel-Informationen

22.10.2018

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln