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Vermessungsarbeiten in 60 Meter Höhe: ArL Lüneburg und HafenCity Universität Hamburg erproben neue Messtechnik

Vermessungsdrohne   Bildrechte: ArL
Sehr zufrieden mit dem ersten Test (v.r.n.l.): Stipendiat Nils Drawe vom ArL Lüneburg, Professor Thomas P. Kersten und Diplom-Ingenieurin Maren Lindstaedt von der HafenCity Universität Hamburg.

Nils Drawe will für seine Bachelorarbeit hoch hinaus – genau genommen 60 Meter, denn so hoch fliegt die Drohne, mit der der Stipendiat beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg erste Vermessungsarbeiten „von oben“ ausprobiert hat. Gemeinsam mit der HafenCity Universität Hamburg testet er den Einsatz von Drohnen für die technische Vermessung in Flurneuordnungsverfahren. „In unseren Projekten sind wir meistens mehrere Monate damit beschäftigt, sogenannte topografische Informationen über Wege, Hecken und Gewässer zu erheben. Mithilfe einer Drohne geht das Ganze deutlich schneller“, erklärt der 25-Jährige, der gerade eine Praxiszeit beim ArL im Dezernat „Flurbereinigung und Landmanagement“ absolviert hat.

Die Flure neu zu ordnen, um bessere Bedingungen für die Landwirtschaft zu schaffen oder Flächen für Infrastrukturprojekte und den Natur- und Artenschutz bereitzustellen, hat in Niedersachsen eine lange Tradition. Das Amt für regionale Landesentwicklung ist damit mitunter auch in den Bau wichtiger Infrastruktur wie zum Beispiel der A39 oder der Küstenautobahn A20 involviert. „Es geht im Wesentlichen darum, die Nutzung der Grundstücke neu zu ordnen und gleichzeitig die Interessen von einigen hundert Beteiligten zu berücksichtigen“, erklärt Dr. André Riesner, der am Standort Lüneburg für die Verfahren verantwortlich ist. Vom Einsatz der Drohne verspricht er sich eine erhebliche Arbeitserleichterung.

„Wir können die Drohnenbilder automatisiert auswerten. Das macht den Workflow einfacher und praktikabler“, weiß Student Nils Drawe. Er will in den nächsten Monaten für das ArL ein Verfahren entwickeln, das die bisher übliche satellitengestützte Vermessung ersetzen könnte.

Bis dahin heißt es Auswerten: 3.500 sich überlappende Aufnahmen hat das Team bei einem ersten Test in Hohnstorf (Landkreis Lüneburg) gemacht. Erstes Fazit: „Die Methode ist sehr genau, da wir vorher am Boden bestimmte Punkte eingemessen haben, die man auf den Luftbildern sofort wiedererkennt“, erklärt der Student der Geodäsie, der sich im kommenden Semester weiter wissenschaftlich mit dem Thema beschäftigen wird.










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