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Besuch beim Bäckerwagen: Landesbeauftragte schaut sich in der Sommerpause besondere Projekte an

Monika Scherf und Cornelia Schwanemann vom Amt für regionale Landesentwicklung trafen Bäcker Georg Oetzmann an seinem mobilen Verkaufsstand   Bildrechte: ArL Lüneburg

Waren es sonst immer die Förderbescheide, sind es in diesem Jahr bereits die fertigen Projekte, die die Landesbeauftrage Monika Scherf sich vor Ort anschauen kann. „Durch die Kontaktbeschränkungen mussten in diesem Jahr alle Zuwendungsbescheide per Post rausgehen“, so die Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung. „Deshalb ist es mir wichtig, in der Sommerpause Kontakt aufzunehmen und zu schauen, wie die Projekte anlaufen.“

So besuchte Scherf jetzt Unternehmer Georg Oetzmann, der durch einen positiven Förderbescheid seine „Brottour“ durch die Landkreise Lüneburg und Uelzen weiter ausbauen konnte. „Viele kennen den klingelnden Bäckerwagen noch von früher. Da wir auf dem Land zunehmend eine ältere Bevölkerung haben, wird es immer wichtiger, die Grundversorgung auf diesem Wege zu sichern“, weiß Monika Scherf, die den Bäcker gemeinsam mit Kolleg*innen aus dem Amt an seinem mobilen Verkaufsstand in Ellringen traf.

Gefördert wurde das Projekt über die Maßnahme „Kleinstunternehmen der Grundversorgung“, das speziell Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern und Existenzgründern die Möglichkeit gibt, einen Antrag auf Förderung bestimmter Ausgaben zu stellen. Oetzmann konnte mit der Förderung in seinen Vertriebswagen erneuern und in einem zweiten Schritt wichtige Backmaschinen und Kühltechnik für die zentrale Dorfbäckerei in Edendorf, einem kleinen Ortsteil von Bienenbüttel, anschaffen. Durch die Investition konnte der Handwerksbetrieb auch in Hinblick auf den Einstieg der nächsten Generation gut aufgestellt werden.

Trend zum Regionalen

„Das war für uns ein sehr entscheidender Schritt“, freut sich der Bäcker aus Bienenbüttel. „Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist es natürlich immer schwierig, genau dahin zu fahren, wo wenige Leute wohnen. Aber das alles ist für uns eine Herzensangelegenheit und wir freuen uns, dass wir das Projekt weiter ausbauen können“. Die Nachfrage nach traditionell hergestellten Backwaren sei auch bei jüngeren Menschen steigend.

Einen Trend hin zum Regionalen beobachtet man auch im Amt für regionale Landesentwicklung. „Entscheidend war für uns, dass der kleine Handwerksbetrieb die erhöhte Nachfrage nach regional erzeugten Produkten bedient und Lücken im Versorgungssystem schließt“, berichtet Cornelia Schwanemann, die als Sachbearbeiterin prüft, welche Anträge förderfähig sind. Der Stichtag für neue Anträge ist in diesem Jahr voraussichtlich der 15. Oktober.


Zur Sache:

Die Maßnahme „Kleinstunternehmen der Grundversorgung“ wird mit Landes- und Bundesmitteln gefördert. Sie ist Teil der sogenannten ZILE-Richtlinie des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, die zu einer Verbesserung der Infrastruktur ländlicher Gebiete, der Agrarstruktur und zu einer nachhaltigen Stärkung der Wirtschaftskraft beitragen soll. Weitere Informationen gibt es beim Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg.


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