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Dorfentwicklung „Schieringen-Elbe“ geht in die Förderphase

Dachziegel und Dorfgemeinschaftshäuser: Amt für regionale Landesentwicklung betreut im Landkreis Lüneburg sechs Dorfentwicklungsverfahren


Jetzt wird es konkret in den Bleckeder Ortsteilen Alt Garge und Barskamp sowie in der Gemeinde Tosterglope: Die Orte sind unter dem Namen „Schieringen-Elbe“ Teil eines Dorfentwicklungsprogramms, das vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg betreut wird. Bei einer zweitägigen Ortsbegehung wurden nun die ersten potenziellen Projekte besichtigt.

Mit Dachziegeln kennt sich Dezernatsleiterin Annika Wangerin aus. Der Antragsteller hätte es gerne praktisch und modern, doch es sind vor allem die Ziegel, die den Charme des Gebäudes ausmachen. „Manchmal handeln wir um jedes Detail. Jedes Dorf hat seine eigene ursprüngliche Identität und die versuchen wir natürlich zu erhalten“, erklärt Wangerin, die insgesamt 56 Dorfentwicklungsverfahren in ganz Nordostniedersachsen verantwortet. Gemeinsam mit ihrem 34-köpfigen Team trifft sie dabei auf Menschen, die Haus und Hof sanieren wollen.

"Die Menschen vor Ort mitnehmen"

Wer bei dem Vorhaben bestimmte Auflagen beachtet, bekommt öffentliche Fördermittel – immerhin bis zu 30 Prozent. Um den Antragstellern zu helfen, bietet das ArL in jedem Verfahren pro Jahr eine Ortsbegehung an. Wangerin und ihre Kollegen, darunter ein Bauingenieur und eine Sachbearbeiterin, die später die Anträge bewilligt, haben dabei immer das Dorf als Ganzes im Blick. „Das Schöne an unseren Dorfentwicklungsverfahren ist, dass wir nicht nur mit den Kommunen zusammenarbeiten, sondern die Menschen vor Ort mitnehmen können“, weiß Wangerin.

Im Landkreis Lüneburg laufen derzeit Verfahren in Thomasburg/Vastorf, Gellersen, Barum, Bleckede-Nord und Heiligenthal. Einige davon stehen schon kurz vor dem Abschluss. „Wenn man jetzt durch die Dörfer fährt, sieht man, was sich alles verändert hat. Und wieviel der alten Bausubstanz erhalten werden konnte“, freut sich Ingenieur Kai Henschel, der die Antragsteller mit seinem baufachlichen Wissen berät. „Im Gespräch mit den Leuten entwickelt sich oft erst eine Vorstellung davon, was alles geht und was man aus dem vorhandenen Gebäude machen könnte.“

Hemmschwelle durch persönliche Besuche niedriger

Bis es soweit ist, haben die Antragsteller einiges an Arbeit vor sich. Angebote müssen eingeholt und ein umfangreicher Antrag muss ausgefüllt werden. „Da hilft es allen, wenn man sich vor Ort schon einmal kennenlernt. Die Hemmschwelle ist so viel niedriger“, erzählt Kirstin Schwarz, die im ArL prüft, welche Projekte förderfähig sind. „Wir beraten unsere Antragsteller später auch am Telefon und sind bei Rückfragen immer da“, so die Verwaltungsfachangestellte.

Der Stichtag für die ersten Anträge ist in diesem Jahr voraussichtlich der 15. Oktober. Weitere Informationen gibt es beim Amt für regionale Landesentwicklung oder bei der Stadt Bleckede.


Ortsbegehung auf einem Hof in Barskamp   Bildrechte: ArL Lüneburg
Dorfplatz von Barskamp   Bildrechte: ArL Lüneburg

Artikel-Informationen

erstellt am:
10.07.2020
zuletzt aktualisiert am:
25.11.2020

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