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erstellt am:
25.02.2026
Lüneburg. Ziel des Wettbewerbs ist es, herausragende Entwicklungsprozesse im ländlichen Raum sichtbar zu machen, auszuzeichnen und als Inspiration über regionale und nationale Grenzen hinweg zu teilen.
Für Niedersachsen nimmt die Dorfregion „Vier Nordlichter im Land der Gezeiten“ teil – bestehend aus den Dörfern Balje und Hörne im Landkreis Stade sowie Geversdorf und Teilen der Ortschaft Cadenberge im Landkreis Cuxhaven. Verbunden – und zugleich getrennt – durch die Oste, die hier teilweise die Landkreisgrenze bildet.
„Für unsere ländlichen Regionen ist dieser Wettbewerb eine tolle Chance sichtbar zu machen, was durch vielfältiges Engagement erreichbar ist. Er macht sichtbar, welches Potenzial und welche Innovationskraft in unseren Dörfern und kleinen Gemeinden stecken. Wer sich beteiligt, stärkt daher nicht nur das eigene Profil, er setzt wichtige Impulse für nachhaltige Entwicklung, regionale Wertschöpfung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ich bin beindruckt, was die Menschen hier bis jetzt gemeinsam geschafft haben und drücke die Daumen für den Wettbewerb“, sagt Landesbeauftragte und Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg, Karin Beckmann.
Die Region steht exemplarisch für die Chancen und Herausforderungen peripherer Räume:
- geringe Einwohnerdichte (z. B. Balje mit 16 EW/km²)
- unterschiedliche infrastrukturelle Voraussetzungen (Cadenberge als Grundzentrum)
- zahlreiche Schutzgebiete wie das Naturschutzgebiet Elbe und Inseln sowie Untere Oste und das Wildvogelreservat Nordkehdingen
- bevorstehende Deicherhöhungen infolge des Klimawandels mit Auswirkungen auf die Landwirtschaft
- sanierungsbedürftige Einrichtungen
Und dennoch – oder gerade deshalb – entsteht hier bemerkenswertes Engagement. Ein wichtiges Projekt war die Idee eines Dorftreffs, der allen offensteht und ganz besonders die Menschen miteinander verbindet. Hier werden Informationen zu Themen ausgetauscht und Konzepte zum Umgang zu den Themen erarbeitet, die die Menschen zwischen den Deichen sehr bewegen. Dazu gehören die Erhöhung der Deiche genauso wie der Schutz der Natur und der Umgang mit den Folgen des Klimawandels, der die Küstenregion in besonderer Weise (be)trifft. Und es geht auch um soziale Themen, welche Art von Wohnraum und Wohnform braucht die Region für welche Altersgruppen und was gibt es an guten Ideen. Auf beiden Seiten der Oste gibt es zudem Einrichtungen, die saniert, modernisiert oder einer neuen Nutzung zugeführt werden müssen. Gerade die Mischung aus alteingesessenen Familien und Zugezogenen – viele aus dem Großraum Hamburg – bringt neue Perspektiven, Innovations- und Tatkraft in die Region.
Auch touristisch bietet die Lage zwischen Unterelbe und Oste, am beliebtesten Fernradweg Deutschlands, dem Elbe-Radweg, gelegen, großes Potenzial. Gleichzeitig stellt die nachhaltige Finanzierung von Infrastruktur wie Wohnmobilstellplätzen, sanitären Einrichtungen oder Gastronomieangeboten eine dauerhafte Herausforderung dar. Was diese Region besonders macht, ist nicht nur ihre landschaftliche Lage – sondern der Zusammenhalt. Trotz struktureller Unterschiede arbeiten die Dörfer gemeinsam an einer zukunftsfähigen Entwicklung. Ganz im Sinne des Wettbewerbsmottos: All different. All together.
Die Dorfregion hat Mitte Februar, ihren Antrag abgegeben. In den nächsten Wochen begutachtet eine Jury alle eingereichten Anträge und besucht die Wettbewerbsteilnehmer im Frühjahr. Im Juni/Juli werden dann die Gewinner verkündet.
Ansprechpartnerin:
May-Britt Müller
Regionalentwicklung
Samtgemeinde Nordkehdingen
Hauptstr. 31
21729 Freiburg (Elbe)
Tel.: 04779 9231-64
may-britt.mueller@nordkehdingen.de
Über das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg
Von der Küste bis in die Heide, vom Wendland bis zur Weser: Das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg kümmert sich gemeinsam mit Kommunen und anderen Aktiven in der Region um die langfristige Lebens- und Standortqualität in den 11 Landkreisen zwischen Hamburg, Bremen und Hannover. Es ist zentraler Ansprechpartner vor Ort, wenn es um öffentliche Fördermittel geht und sorgt dafür, dass das Geld aus Brüssel, Berlin oder Hannover da ankommt, wo es die Entwicklung der Region dauerhaft stärken kann. Von Raum- und Flurneuordnungsverfahren, über Tourismus und Wirtschaftsförderung, bis hin zu Städtebau und politischer Bildung: Jährlich werden eine Vielzahl von Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Landesregierung organisiert, und durchschnittlich 40 Millionen Euro Fördergelder in der EU-Strukturförderung für die ländlichen Räume bewilligt.