Niedersachen klar Logo

Zukunftstechnologie Wasserstoff

Auf dem Weg zur Modellregion


Wasserstofffahrzeuge made in Niedersachsen. Was nach zukunftsweisender Technologie klingt, geht 2021 bereits in die Serienproduktion. Die Firma FAUN produziert am Standort in Osterholz-Scharmbeck Müllfahrzeuge und Kehrmaschinen mit kombiniertem Batterie- und Wasserstoffantrieb. Sie ist eine von 60 Akteuren des Wasserstoffnetzwerkes Nordostniedersachsen H2.N.O.N – ein Konsortium, das gemeinsam mit uns viel Positives für die Region auf den Weg bringen konnte.
  Bildrechte: FAUN Umwelttechnik

Das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg beschäftigt sich seit 2018 mit dem Thema Wasserstoff. Durch intensive Projektarbeit mit den Kammern, dem ARTIE-Netzwerk der kommunalen Wirtschaftsförderer und mittlerweile mehr als 60 Unternehmen ist es gelungen, die Region als „Modellregion“ zu positionieren und sie für die Erprobung einer Wasserstoffwirtschaft vorzubereiten. Die ersten Praxisbeispiele rollen schon durch unsere Landschaft.

So auch bei der Firma FAUN Umwelttechnik. Die dort produzierten Fahrzeuge kombinieren eine Batterie-Technologie mit Wasserstoffbrennzellen. „Bis 2025 wollen wir mehr als die Hälfte an Fahrzeugen mit Batterie-/Wasserstoff-Antrieb ausliefern“, berichtet Geschäftsführer Burkard Oppmann. „Mehr als ein Drittel der Emissionen im Verkehrssektor ist auf den Lastverkehr zurückzuführen. Deshalb ist es jetzt wichtig, Verantwortung zu übernehmen.“ Der Vorteil von Wasserstoff liegt laut Aussage von Experten in seinem geringen Gewicht, außerdem kann er wie die heutigen Kraftstoffe gespeichert und einfach getankt werden.

Der Lastverkehr war auch Inhalt eines großen Leitprojektes, bei dem das Amt für regionale Landesentwicklung mit den Partnern aus dem Wasserstoffnetzwerk H2.N.O.N zusammengearbeitet hat. Hier haben wir eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Kommunen und Wirtschaftspartnern auf der einen und dem Land Niedersachsen auf der anderen Seite übernommen. Aktuell fördern Bund und Land Projekte zu alternativen Antriebsarten. Die Nutzung von Wasserstoff in Brennstoffzellen spielt dabei eine zentrale Rolle.

Bildrechte: evb
Die ersten Praxisbeispiele rollen schon durch die Region


Auf der Strecke Cuxhaven - Bremerhaven - Bremervörde - Buxtehude pendelten weltweit die ersten mit Wasserstoff betriebenen Regionalzüge. Zunächst testweise, ein regulärer Betrieb ist ab Ende 2021 geplant. In Bremervörde wird gerade eine Wasserstoff- Tankstelle für diese und andere Fahrzeuge gebaut, und auch in anderen Teilen der Region gibt es gute Ideen, die in das Netzwerk einfließen und von dort koordiniert werden können.

Bildrechte: ArL Lüneburg
Wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Modellregion


Mit dem Wettbewerbsbeitrag im Rahmen der Bundes-Förderinitiative „HyLand“ konnten wir in der Kategorie „HyExperts“ punkten: Stellvertretend für die Region nahm Landrat Bernd Lütjen aus dem federführenden Landkreis Osterholz gemeinsam mit der Landesbeauftragten Monika Scherf von Verkehrsminister Andreas Scheuer einen Förderbescheid über 300.000 Euro entgegen. Mit dem Geld konnten Studien und Businesspläne in Auftrag gegeben werden, um die Wasserstoffwirtschaft in Gang zu bringen.

Wasserstoff Bildrechte: Adobe Stock
Hintergrund: Wie gewinnt man Wasserstoff?


Frage an Claus Rehder, im Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg zuständig für die Themen Wirtschaftsförderung und Wasserstoff.

„Für die Gewinnung von Wasserstoff braucht man ein Verfahren, das viele noch aus dem Chemieunterricht kennen: die Elektrolyse. Damit kann man Wasser unter Einsatz von Strom aufspalten in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O). Wenn der dafür notwendige Strom aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel aus Wind oder Biogasanlagen erzeugt wird, dann sprechen wir von „Grünem Wasserstoff“. Das eröffnet uns neue Möglichkeiten, denn die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist schwankend. Durch die Umwandlung in Wasserstoff können wir den aus Wind und Sonne gewonnenen Strom jetzt speichern und transportieren. Wir nennen dieses Verfahren „Power to Gas“."

Das Regionalmanagement

Seit Herbst 2020 koordiniert das „Regionalmanagement Wasserstoff“ die Arbeit des Wasserstoffnetzwerkes. Die Finanzierung erfolgt zu 75 Prozent durch das Land Niedersachsen und zu 25Prozent durch die elf Landkreise im Amtsbezirk Lüneburg. Vorstandsvorsitzende ist die Landesbeauftragte Monika Scherf.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln