Artikel-Informationen
erstellt am:
09.03.2026
zuletzt aktualisiert am:
12.03.2026
Harriersand. Auf der Weserinsel Harriersand bedrohen Fressfeinde die Vogelnester von Wiesenvögeln. Landwirte und Vogelschützer errichten nun Elektrozäune auf mehreren Brutwiesen, um die Nester zu schützen. Wiesenvögel wie Kiebitze oder Rotschenkel bauen ihre Nester direkt auf dem Boden. Dadurch sind sie besonders gefährdet, denn Raubtiere wie Füchse oder Marder können sie leicht plündern.
Um das zu verhindern, ziehen Ornithologen und Landwirte auf Harriersand jedes Jahr Anfang März Elektrozäune um den Brutbereich. Diese sollen Raubtiere fernhalten. Auf einer Fläche von mehr als zwölf Hektar soll der Elektrozaun bis Ende Juni die Nester schützen, bevor die Jungvögel flügge werden und der Zaun wieder abgebaut wird. Seit 2017 setzen sich Landwirte, der Landkreis Osterholz und Kolleginnen und Kollegen des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg gemeinsam für den Schutz der Wiesenvögel ein und bauen dafür seit 2019 Zäune. Drei Weideflächen wurden für die Bodenbrüter freigehalten, damit sie dort die Möglichkeit haben, sicher zu brüten. Durch das Projekt konnten Nestverluste verringert und die Population stabilisiert werden. In diesem Jahr hat auch Frau Staatssekretärin Patzke aus dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium tatkräftig beim Einzäunen mitgeholfen.
Staatssekretärin Frauke Patzke:
„Der Wiesenvogelschutz auf Harriersand zeigt, welche zentrale Rolle die Landwirtschaft für den erfolgreichen Schutz bedrohter Arten spielt. Durch eine angepasste Bewirtschaftung der Flächen und das große Engagement der Landwirtinnen und Landwirte können Brutbereiche gesichert und Lebensräume erhalten werden. Landwirtschaft, Kommunen, Naturschutz und Land arbeiten hier seit vielen Jahren zusammen – von der angepassten Bewirtschaftung der Flächen bis hin zum Einzäunen der Brutbereiche und zeigen, wie erfolgreicher Naturschutz durch Kooperation funktionieren kann. Die positive Entwicklung der Bestände macht deutlich, dass dieses Miteinander und die ergriffenen Maßnahmen wirken: Sie helfen, bedrohte Arten wie Kiebitz, Rotschenkel und andere Wiesenvögel auf Harriersand zu erhalten und gleichzeitig eine landwirtschaftliche Nutzung der Flächen zu ermöglichen.“
Erfolge für den Brutbestand
Und die Aktion zeigt Erfolge: Besonders der Kiebitz, die häufigste Wiesenvogelart auf den umzäunten Flächen auf Harriersand, konnte seinen Bestand von zwölf Brutpaaren im Jahre 2014 auf 53 im Jahre 2024 erhöhen. In den Flächen kommen aber auch Rotschenkel vor und seit einiger Zeit auch die besonders stark gefährdete Uferschnepfe.
Harriersand ist Teil des EU-Vogelschutzgebiets Unterweser, das den Erhalt bedrohter Arten fördert. Mit etwa elf Kilometern Länge ist sie eine der längsten Flussinseln Europas und mit ihren langen Sandstränden ein beliebtes Ausflugsziel. Was viele nicht wissen: Die Flussinsel im Landkreis Osterholz ist mit 600 Hektar Fläche fast vollständig im Besitz des Landes. Zuständig für die Verpachtung der Flächen ist die Geschäftsstelle Stade des ArL’s Lüneburg.
Über das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg
Von der Küste bis in die Heide, vom Wendland bis zur Weser: Das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg kümmert sich gemeinsam mit Kommunen und anderen Aktiven in der Region um die langfristige Lebens- und Standortqualität in den 11 Landkreisen zwischen Hamburg, Bremen und Hannover. Es ist zentraler Ansprechpartner vor Ort, wenn es um öffentliche Fördermittel geht und sorgt dafür, dass das Geld aus Brüssel, Berlin oder Hannover da ankommt, wo es die Entwicklung der Region dauerhaft stärken kann. Von Raum- und Flurneuordnungsverfahren, über Tourismus und Wirtschaftsförderung, bis hin zu Städtebau und politischer Bildung: Jährlich werden eine Vielzahl von Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Landesregierung organisiert, und durchschnittlich 40 Millionen Euro Fördergelder in der EU-Strukturförderung für die ländlichen Räume bewilligt.
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erstellt am:
09.03.2026
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12.03.2026