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Mehr bedarfsgerechter Wohnraum durch grenzübergreifende Zusammenarbeit

Metropolregion Hamburg setzt auf interkommunale Zusammenarbeit

16. Juli 2019 15:00 Uhr

Um dem Wunsch nach mehr bedarfsgerechtem Wohnraum zu erfüllen, wollen Kommunen in der Metropolregion Hamburg mehr auf interkommunalen bzw. kooperative Strategien zur Wohnraumentwicklung setzen. Die Metropolregion Hamburg ermöglicht dies durch eine Förderung.

 
Von links: stellv. BGM Julie Wiehler, Swen Wacker, BGM. Günther Voß, SGB Jürgen Meyer, Landesbeauftragte Monika Scherf, Ursula Fallapp, Bernhard Beitz, Karin Schulz

Zum Start des Projektes überreichte Monika Scherf, Landesbeauftragte für regionale Landes­entwicklung Lüneburg im Namen der Förderfonds der Metropolregion Hamburg zwei Bewilligungs­bescheide über 320.000 Euro an Jürgen Meyer von der federführenden Samtgemeinde Elbtalaue. Dabei betonte sie die Bedeutung des Projektes: “Ob wir auf das Land oder ob wir auf die Städte gucken: Steigende Kauf- und Mietpreise, Anpassung an den demographischen Wandel oder steigende Infrastrukturfolgekosten betreffen jeden. Alle Akteure stehen vor den gleichen Fragen: Welcher Wohnraum ist bedarfsgerecht? Was wird zukünftig nachgefragt? Was können wir von den Nachbarn – auch jenseits der Elbe – lernen? Wir müssen dabei auch die Möglichkeit interkommunaler oder kooperativer Strategien ausloten.“

Projektträger ist die Samtgemeinde Elbtalaue, die nicht nur mit einem eigenen Projekt dabei ist, sondern auch die einzelnen Projekte koordinieren und die Ergebnisse zusammenführen will. Für die Samtgemeinde bedankte sich Jürgen Meyer für die großzügige Förderung des Projektes. „Bedarfsgerechter Wohnraum ist keine Frage der großen Städte. Gerade die Unterschiedlichkeit in der Metropolregion ist eine Chance: wenn wir über den Tellerrand blicken, können wir von den Erfahrungen der anderen lernen. So werden wir in unserem Projekt nicht nur die Zusammenarbeit zwischen Dannenberg und Hitzacker intensivieren – wir werden uns auch mit Hamburg-Altona austauschen.“ Meyer betonte die gleiche Augenhöhe der Partner in der Metropolregion: „Wenn Elbtalaue und Altona miteinander reden, dann lernen beide voneinander.“

Günther Voß, Bürgermeister der Stadt Dannenberg (Elbe) und Julie Wiehler, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Hitzacker (Elbe) freuen sich über das neue Leitprojekt: „Gerade unsere Innenstädte brauchen neue Perspektiven für eine Wohnbauentwicklung“. Wiehler, Voß und Meyer sind davon überzeugt, dass das Projekt nach Ablauf der Förderphase fortgeführt werden muss. Deshalb hat sich der Marketingverein der Samtgemeinde Elbtalaue verpflichtet, das Projekt zu verstetigen: Die im Rahmen des Projektes neu zu schaffende Personalstelle wird über den Marketingverein erhalten bleiben. Das Projekt wird in der Organisationsstruktur der Samtgemeinde an das Marketing angeschlossen. Die Marketingleiterin Ursula Fallapp ist zugleich Geschäftsführerin des bestehenden Marketingvereines.


Mit 1.069.520 Euro tragen die Förderfonds der Metropolregion Hamburg 80 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 1.336.900 Euro. Mit zusätzlichen 267.380 Euro beteiligen sich neun Kommunen in der Metropolregion Hamburg. Die einzelnen Projekte werden regional vorgestellt. Für das zweite Halbjahr ist der Start des Projektes geplant.


Die Metropolregion Hamburg (MRH) ist von einer sehr unterschiedlichen Raumstruktur geprägt. In ihr begegnen sich unterschiedlichen Problemlagen und vielfältige Wohnungsteilmärkte. Im gesamten Raum besteht jedoch seit Jahrzehnten Handlungsdruck in der Siedlungsentwicklung. Rund um Hamburg und den zentralen Orten wie Lüneburg, Lübeck prägen steigende Kauf- und Mietpreisen und zunehmenden Pendlerverkehren die Diskussion. Der ländliche Raum muss Anpassungen an den demographischen Wandel und den Umgang mit steigenden Infrastrukturkosten bewältigen. Der Forderung nach mehr bezahlbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum stehen gleichzeitig immer knapper werdenden Flächenressourcen gegenüber.


Ziel des Projektes ist die Initiierung und Förderung der Schaffung von mehr bedarfsgerechtem Wohnraum in der Metropolregion Hamburg durch die Entwicklung und Erprobung von interkommunalen bzw. kooperativen Strategien zur Wohnraumentwicklung im Rahmen von Teilprojekten. Es werden verschiedene Räume betrachtet:


· Stadt-Umland-Räume (Kooperative Wohnraumentwicklung sowohl im Verflechtungsraum Hamburg als auch in anderen Stadt-Umland-Räumen in der Metropolregion Hamburg).


· Ländlich strukturierte Räume (interkommunale Handlungsansätze, z.B. Grundzentren in ihrer funktionalen Verflechtung).


· (Teil-)regionale kommunale Kooperationen (z.B. Strategien auf Kreisebene oder entlang von Siedlungs-/ Entwicklungsachsen). Gemeinsam ist der Fokus auf Kooperationen zwischen Kommunen oder Kommunen und Akteuren der Wohnungswirtschaft.


Das Projekt versteht sich auch als Experimentierfeld für neue Kooperationsformen und neue Konstellationen der Zusammenarbeit.




Hintergrund zur Förderung:


Die Metropolregion Hamburg fördert seit über 50 Jahren Maßnahmen, die einen Beitrag zur Entwicklung der Region leisten. Das geht von Projekten im Bereich Tourismus und Naherholung über P+R-Anlagen an Pendlerbahnhöfen bis hin zu länderübergreifenden Leitprojekten, Studien und Konzepten für neue Besucherattraktionen oder Wirtschafts- und Infrastrukturprojekten.


Die Länder Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben für die Metropolregion Hamburg drei Förderfonds eingerichtet. Sie sind das wichtigste Finanzierungsinstrument der regionalen Zusammenarbeit. Gefördert werden Kooperationsprojekte zwischen Städten, Gemeinden und Landkreisen, aber auch mit privaten Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft. Dafür stehen jährlich insgesamt 2,7 Millionen Euro zur Verfügung.


Die Förderrichtlinien sind verfügbar unter www.metropolregion.hamburg.de/foerderfonds/




Ziel des Teilprojektes in Dannenberg/Hitzacker


Das Projekt will die Zusammenarbeit zwischen Dannenberg und Hitzacker auszubauen und helfen, gemeinsam Lösungsansätze zur Schaffung von bedarfsgerechtem Wohnraum zu entwickeln sowie gemeinsame Leitlinien für die Region zu formulieren. Zur Stärkung einer nachhaltigen Stadtentwicklung der Städte Dannenberg und Hitzacker setzen die Kooperationspartner auf die Verknüpfung der Themen Wohnen und Fachkräftesicherung. Insbesondere steht die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Fokus (Dannenberg: bezahlbarer Wohnraum für junge Familien; Hitzacker: neue Wohnformen für ältere, gut situierte Ehepaare in der Nähe zu Versorgungs-Infrastruktur („Qualitätswohnraum“).


Für die Entwicklung neuer, kreativer Handlungsoptionen wollen die Mitglieder der Samtgemeinde Elbtalaue von einem dauerhaften, gegenseitigen Erfahrungsaustausch mit dem Bezirk Altona profitieren.


Projektbausteine:


· Analyse der Innenentwicklungspotentiale in Dannenberg und Hitzacker inkl. Steckbriefe zu identifizierten Grundstücken


· Masterplan zur Aktivierung der identifizierten Potentiale


· neue Standortprofile für Dannenberg und Hitzacker (SPNV-Achse Lüneburg – Dannenberg mit 3 Haltepunkten in der SG Elbtalaue – Leitstade (Teil der Stadt Hitzacker), Hitzacker und Dannenberg Ost – seit Dez. 2014 im HVV-Tarif)


· Gegenseitige Hospitation der Verwaltungsmitarbeiter zum Erfahrungsaustausch zwischen Samtgemeinde Elbtalaue und Bezirk Altona


· Vernetzung und Dialog




Rückfragen bitte an:

Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg
Marion Köhler, Pressesprecherin
Telefon +49(0)40 42841-2604

presse@metropolregion.hamburg.de

www.metropolregion.hamburg.de




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