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erstellt am:
30.01.2026
zuletzt aktualisiert am:
03.02.2026
Landesbeauftragte Karin Beckmann überreicht Förderbescheide für sechs Projekte
Lüneburg. Seit 2015 fördert das Land Niedersachsen mit dem Programm „Soziale Innovation“ Zukunftsprojekte in den Handlungsfeldern „Arbeitswelt im Wandel“ und „Daseinsvorsorge“. Hier werden innovative Ideen entwickelt, erprobt und mithilfe von EU-Mitteln umgesetzt. Es können Lösungen ausprobiert werden, Unternehmen und Arbeitskräfte an die sich wandelnde Gesellschaft und Arbeitswelt anzupassen. Gesundheits- und Sozialdienstleistungen sollen zugänglicher gemacht werden, Arbeitskräfte entlastet und gute Arbeitsbedingungen geschaffen werden.
Sechs Projekte aus dem Amtsbezirk Lüneburg können in der vierten Runde des Programms „Soziale Innovation“ finanziell unterstützt werden. Am heutigen Freitag hat Karin Beckmann, Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg (ArL) den Projektträgern im Behördenzentrum Auf der Hude die Förderbescheide übergeben.
„Ich freue mich sehr, dass so viele Projekte aus meinem Amtsbezirk mit dieser Förderung wichtige Ideen für unsere Gesellschaft weiterverfolgen können. Ich schätze die Arbeit der einzelnen Projektträgerinnen und -träger sehr und wünsche bei der Umsetzung viel Erfolg“, sagte Landesbeauftragte Karin Beckmann.
Die Projekte im Einzelnen
Die berry2b GmbH aus Lüneburg erhält eine Förderung in Höhe von rund 300.000 Euro und möchte damit ein digitales Planungstool zur Organisation von Berufsorientierungsmessen an Schulen entwickeln. Ziel ist es, Lehrkräfte durch eine effiziente Messeorganisation zu entlasten, die Kommunikation mit Unternehmen zu verbessern und Schülerinnen und Schüler gezielter mit relevanten Berufen in Kontakt zu bringen.
Im Rahmen des Projekts "MeinLeistungsCheck (MLC)" entwickelt die Bonus Bot GmbH aus Celle mit einer Förderung von rund 360.000 Euro eine App zur digitalen, KI-gestützten Antragsunterstützung von Privatpersonen bei sozialen Leistungen, die auf allen Geräten optimiert genutzt werden kann. Die Web-App ermöglicht einen Schnellcheck zentraler Leistungen (u. a. SGB II/XII, Wohngeld usw.), Anträge werden automatisch erstellt und durch KI-gestützte Funktionen wie Bescheidanalyse und Textgenerierung ergänzt. MLC deckt einfache Fälle eigenständig ab und leitet komplexe Fälle gezielt an Beratungsstellen weiter. Damit sollen Ressourcen in der Sozialarbeit geschont und Beratungsstellen nachhaltig entlastet werden. Die Anwendung wird zunächst in der Region Celle erprobt und anschließend auf weitere Netzwerkpartner übertragen.
Das Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide möchte gemeinsam mit der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel als Kooperationspartner digitaler Brückenbauer werden und Roboter als Schlüssel zur Inklusion einsetzen. Einrichtungen der Behindertenhilfe stehen aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels vor massiven Herausforderungen. Es braucht innovative Lösungen, um Verbesserungsprozesse der Einrichtungen sowie die Future Skills der Fachkräfte zu fördern. Mit einer Förderung von rund 418.000 Euro soll daher ein KI- und Robotik gestütztes Konzept entwickelt und modellhaft erprobt werden, das zur Kompetenzerweiterung und mehr Selbständigkeit von Menschen mit Behinderung führen soll.
Die Leuphana Universität Lüneburg hat sich mit dem Projekt „VR Soft Skills Lab“ zum Ziel gesetzt, die Kommunikationskompetenz für Justiz und Polizei zu fördern. So werden VR-basierte, KI-gestützte wissenschaftliche Methoden und Coaching zur gezielten Förderung sozialer und kommunikativer Kompetenzen entwickelt. In diesem Zusammenhang wird erforscht, wie KI-Befragungstools Teilaufgaben sinnvoll unterstützen können. Ziel ist die gemeinsame Weiter- und Neuentwicklung von innovativen Kompetenz- und Coaching-Modellen für juristische Fachkräfte und Polizeibedienstete in enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern. Die Uni kann sich über eine Förderung von 170.000 Euro freuen.
Der Verein Oasia e.V. aus Hitzacker wird in Kooperation mit der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel Konzepte für traumasensible Arbeitsplätze in nachhaltiger Manufaktur für Frauen mit Behinderung entwickeln. Für Frauen mit Behinderung, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, gibt es keine sicheren und auf ihre spezifischen Bedarfe zugeschnittenen Arbeitsplätze. Arbeit bedeutet mehr als wirtschaftliche Absicherung – sie ermöglicht soziale Teilhabe, Zugehörigkeit, Stärkung des Selbstbewusstseins und die Chance, einen sinnstiftenden Beitrag zu leisten. Dies setzt voraus, dass der Arbeitsplatz als sicherer Raum wahrgenommen wird und individuelle Entfaltung erwünscht ist. Mit einer Förderung von rund 390.000 Euro sollen arbeitsintegrierte Konzepte erstellt werden, die diese beiden Elemente – Schutz und berufliche Integration – gezielt miteinander verbinden.
Das Projekt Trans* PARI des Queeren Netzwerks Nds. e.V. (Trans-Beratungsstelle Lüneburg) erprobt, wie Peer-fokussierte Trans*Gesundheits- und Beratungsangebote zu einem multi-professionellen, resilienten, flächendeckenden Netzwerk entwickelt werden können. Ausgehend von der Zentrale in Lüneburg sollen die hoch professionalisierten, bisher vor allem ehrenamtlichen Trans*Beratungen zu sechs qualifizierten Fachberatungen in Niedersachsen ausgebaut werden. Dafür stehen dem Netzwerk rund 368.000 Euro zu Verfügung.
Die Laufzeit der Projekte für diese Entwicklungs- und Erprobungsphase beträgt in der Regel 3 Jahre, der Fördersatz liegt bei 60 Prozent der Gesamtkosten.
Über das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg
Von der Küste bis in die Heide, vom Wendland bis zur Weser: Das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg kümmert sich gemeinsam mit Kommunen und anderen Aktiven in der Region um die langfristige Lebens- und Standortqualität in den 11 Landkreisen zwischen Hamburg, Bremen und Hannover. Es ist zentraler Ansprechpartner vor Ort, wenn es um öffentliche Fördermittel geht und sorgt dafür, dass das Geld aus Brüssel, Berlin oder Hannover da ankommt, wo es die Entwicklung der Region dauerhaft stärken kann. Von Raum- und Flurneuordnungsverfahren, über Tourismus und Wirtschaftsförderung, bis hin zu Städtebau und politischer Bildung: Jährlich werden eine Vielzahl von Beratungsgesprächen geführt, Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Landesregierung organisiert und Fördergelder in der EU-Strukturförderung für die ländlichen Räume, in der Städtebauförderung und in der Regionalentwicklung bewilligt.
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erstellt am:
30.01.2026
zuletzt aktualisiert am:
03.02.2026